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	<title>ID-Blog</title>
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	<description>Lebendige Wissenschaft. Leben als Merkmal, als Orientierung, als Gütekriterium und als bodenlose Schwärmerei. Studien u.a. zur Vitalität und Jugendgewalt, ergänzt durch Themen der Soziologie, Philosophie, Biologie und Pädagogik werden mit Bezug auf Wilhelm Reich diskutiert.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 23 Mar 2012 08:01:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Leibhaftige Identität</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 11:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Bestehende Identitätskonzepte sind ausgefeilt, hängen aber in der Luft. Ihnen fehlt der Leib als Fundament. So kann Robert Gugutzers Grundthese zusammengefasst werden.[1] Der Mensch weiß, dass er einen Körper hat und er kann sich zu sich positionieren. Er hat aber nicht nur einen Körper, sondern ist wie jedes Tier auch Leib. Der Mensch ist somit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bestehende  Identitätskonzepte sind ausgefeilt, hängen aber in der Luft. Ihnen  fehlt der Leib als Fundament. So kann Robert Gugutzers Grundthese  zusammengefasst werden.<a id="A1" href="#Fn1">[1]</a></p>
<p>Der Mensch weiß, dass  er einen Körper hat und er kann sich zu sich positionieren. Er hat  aber nicht nur einen Körper, sondern ist wie jedes Tier auch Leib.</p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1519" title="Leib-Personale Identitaet-Eheglueck" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2012/02/Leib-Identitaet-Eheglueck.jpg" alt="Leib Personale Identität Eheglück" width="500" height="341" /></a>Der Mensch ist somit im Spannungsfeld von „Leib sein“ und „Körper  haben“ verortet.<a id="A2" href="Fn2">[2]</a> Wer Gugutzer bis hierher folgt, dem eröffnet sich ein sehr weites  Feld menschlichen Lebens.<a id="A3" href="#Fn3">[3]</a></p>
<p>So fungiert der Leib  als Vermittler zwischen Ich und Welt. Durch ihn bekomme ich einen  Zugang zu den anderen Menschen, zu Landschaften oder auch Ideen. Ich  kann ihn auch z.B. auf mein Auto ausdehnen und es so vorreflexiv  nutzen.</p>
<p>Aber auch das  „erotische Verstehen“ bekommt so einen Sinn. Und Begriffe wie das  „Spüren“ in Abgrenzung zu den Gefühlen, die  „leiblich-affektive-Betroffenheit“ und die „primitive  Gegenwart“ ermöglichen weitreichende Einblicke.</p>
<p>Das Dösen und  Dahindämmern, aber auch der Rausch, die Ekstase, das Lachen und das  Weinen können quasi von innen heraus beschrieben werden. Und die  „leibliche Kommunikation“ geht weit über das hinaus, was üblich  unter nonverbal verstanden wird.<a id="A4" href="#Fn4">[4]</a></p>
<p><strong>Gugutzer hat mich  überzeugt: Ohne den Leib kann man der menschlichen Identität nicht  gerecht werden.</strong></p>
<p>Dies wird schon im  empirischen Teil des Buches deutlich. Hier werden die  unterschiedlichen Körper-Leibbezüge bei Ballett-Tänzern und  Ordensangehörigen gegenüber gestellt.<a id="A5" href="#Fn5">[5]</a></p>
<p>Wenn man die  leibhaftige Identität ernst nimmt, so ist sie aber nicht nur  Forschungsgegenstand. Sie muss sich vielmehr auch in der  Forschungsmethode niederschlagen.<a id="A6" href="#Fn6">[6]</a> Eine solche Forschung wäre ein großer Schritt, die cartesianische  Spaltung aufzuheben.<a id="A7" href="#Fn7">[7]</a></p>
<p>Daraus ergeben sich  zahlreiche spannende Fragen:</p>
<ul>
<li>Wo ist diese Forschung  	anzusiedeln? Ist sie eine erweiterte Soziologie oder eher eine  	verstehende Naturwissenschaft?<a id="A8" href="#Fn8">[8]</a> Wie sieht die Abgrenzung zu esoterischen Zugängen aus?</li>
<li>Wie kann leibliche Wahrnehmung in  	den Forschungsprozess integriert werden? Und wie wird sie  	kommuniziert?  Welche Kompetenzen muss die forschende Person  	mitbringen?<a id="A9" href="#Fn9">[9]</a></li>
<li>Wie sieht eine Forschung aus, die  	nicht den sozial konstruierten Sinn von Leib, sondern eben die  	leibliche Bedeutung erforscht?</li>
</ul>
<p>Der hier besprochene  Text ist schon einige Jahre alt. Ich bin gespannt, wie sich der  Ansatz seit dem entwickelt hat.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><a id="Fn1" href="#A1">1</a> Ich beziehe mich auf das Buch: <a title="Robert Gugutzer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gugutzer" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Robert</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Gugutzer</span></a>: Leib,  	Körper und Identität : eine phänomenologisch-soziologische  	Untersuchung zur personalen Identität. Wiesbaden 2002. Gugutzer  	will nicht weniger als ein „zeitgemäßes Identitätsmodell“  	erstellen. Die bestehenden Modelle werden als „sozial-kognitiv  	verengt“ kritisiert. (vgl. Teil 1)</p>
<p><a id="Fn2" href="#A2">2</a> Grundlage dieser Aussagen ist die These der ‚Exentrischen  	Positionalität‘ nach <a title="Helmut Plessner" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Plessner" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Helmut</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Plessner</span></a>.</p>
<p><a id="Fn3" href="#A3">3</a> In einem Ritt „auf den Schultern von vier Riesen der Leib- und  	Körpertheorie“ (S.59) baut Gugutzer das Fundament für sein  	Modell. Er greift auf Helmuth  	Plessner,  	<a title="Maurice Merleau-Ponty" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Merleau-Ponty" target="_blank">Maurice Merleau-Ponty</a>,  	Hermann Schmitz  	und<a title="Pierre Bourdieu" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu" target="_blank"> Pierre  	Bourdieu</a> zurück.  	Die Theorien werden jeweils dargestellt und gleichzeitig  	(manchmal zu) spielerisch verknüpft. Von der philosophischen  	Anthropologie geht es über die Phänomenologie bis hin zur  	Soziologie.</p>
<p><a id="Fn4" href="#A4">4</a> <a title="Hermann Schmitz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Schmitz_%28Philosoph%29" target="_blank">Hermann Schmitz</a> argumentiert etwas anders als Gugutzer, kommt aber  	zum selben Ergebnis: Eine Person zeichnet sich demnach durch die „Fähigkeit  	zur Selbstzuschreibung“ aus. Das womit in der Selbstzuschreibung  	identifiziert wird, muss schon vor der Identifikation bekannt sein  	(29).  Dies „ist also nur möglich, wenn ihr [der  	Selbstzuschreibung] ein identifizierungsfreies Selbstbewusstsein  	ohne Selbstzuschreibung zu Grunde liegt. Und das gibt es wirklich,  	nämlich in Gestalt des affektiven Betroffenseins.“ (30) Und diese  	unmittelbare Erfahrung wird dem Leib zugeordnet. Vgl.: Hermann  	Schmitz: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie. Freiburg  	2009</p>
<p><a id="Fn5" href="#A5">5</a> Vgl. Gugutzer, drittes Kapitel</p>
<p><a id="Fn6" href="#A6">6</a> Gugutzer zitiert Merleau-Ponty: „Die Funktion des lebendigen  	Leibes kann ich nur verstehen, indem ich sie selbst vollziehe, und  	in dem Maße, in dem ich selbst dieser einer Welt zuwendender Leib  	bin.“ (Merleau-Ponty zit. n. Gugutzer 77)</p>
<p><a id="Fn7" href="#A7">7</a> Gugutzer hatte zu Beginn kritisiert „dass der Großteil der  	sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien nach wie vor am Erbe  	des Cartesianismus partizipiert und an der Trennung zwischen Körper  	und Geist, Leib und Seele, Vernunft und Emotion festhält. Dies  	zeigt sich konkret daran, dass im Zentrum dieser Ansätze Denken  	(bzw. Reflexion) und Sprache (bzw. Narration) stehen. “ (57)  	Diesem Anspruch folgend muss gesagt werden, dass auch seine Empirie  	der Spaltung methodisch verhaftet bleibt.</p>
<p><a id="Fn8" href="#A8">8</a> Gugutzer sieht zwischen Natur und Kultur eine dialektische  	Verschränkung. Wobei: „Leib bezeichnet die Natur, die man selbst  	ist, Körper deren soziale Konstruktion“ (S. 277) Für mich liegt  	daher eine Perspektive nahe, die sich mit der kulturellen  	Möglichkeit des Verstehens dem Gegenstand (Natur-Leib) nähert.</p>
<p><a id="Fn9" href="#A9">9</a> Wilhelm Reich bietet eine hermeneutische Perspektive, in der der  	somatische Zugang eine zentrale Funktion einnimmt und die Person des  	Forschers das wesentliche Werkzeug der Forschung ist. Die  	strukturell bedingte „Wahrnehmungsfähigkeit“ der Person auf der  	Basis der Ein- und Ausdrucksbewegungen gibt wichtige Hinweise auf  	die notwendigen Kompetenzen bei einer leiborientierten Forschung.</p>
<ul>
<li>Zur Beziehung zwischen W.  		Reich und der Phänomenologie: <a title="Wilhelm Reich ist platt" href="http://id-blog.or-so.de/2010/11/30/wilhelm-reich-ist-platt/wissenschaft"><span style="text-decoration: underline;">Wilhelm</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Reich</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">ist</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">platt</span></a></li>
<li>Anmerkungen zur <a title="Verstehende Naturwissenschaft" href="http://id-blog.or-so.de/2010/10/05/verstehende-naturwissenschaft-wilhelm-reich/natur-mensch"><span style="text-decoration: underline;">verstehenden</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Naturwissenschaft</span></a></li>
<li>Zur Orientierung an die Kategorie  		Leben vgl.: <a title="lebendige Wissenschaft" href="http://id-blog.or-so.de/2010/08/10/warum-lebendige-wissenschaft/leben-vitalitaet"><span style="text-decoration: underline;">Warum</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">lebendige</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Wissenschaft?</span></a> und <a title="Lebendige Soziologie" href="http://id-blog.or-so.de/2009/12/05/lebendige-soziologie/leben-vitalitaet"><span style="text-decoration: underline;">Lebendige?</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Soziologie</span></a></li>
<li>Mögliche Gründe, warum die  		Integration des Leibes so schwer fällt: <a title="Maschinen Menschen" href="http://id-blog.or-so.de/2010/03/11/maschinen-menschen/leben-vitalitaet"><span style="text-decoration: underline;">Maschinen</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">Menschen</span></a></li>
</ul>
<p>Eine Zusammenfassung von Reichs  	Wissenschaftsverständnis findet sich hier: Ingo Diedrich: <a title="Naturnah forschen" href="http://www.leutner-verlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Naturnah</span><span style="text-decoration: underline;"> </span><span style="text-decoration: underline;">forschen</span></a>. Wilhelm  	reichs Methode des lebendigen Erkennens. Berlin 2000</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
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		<title>Geboren mit der Angst</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 08:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Angst Seine Mutter brachte Zwillinge zur Welt: ihn und die Furcht.[1] Die Angst Opfer einer Gewalttat zu werden, begleitete Thomas Hobbes sein Leben lang.[2] Diese Angst aller Menschen und deren &#8220;Wunsch nach Reichtum, Ehre, Herrschaft und jeder Art von Macht stimmt den Menschen zum Streit, zur Feindschaft und zum Kriege.&#8221;[3] Der Mensch ist demzufolge von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Angst</h2>
<p>Seine Mutter brachte Zwillinge zur Welt: ihn und die Furcht.<a name="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a> Die Angst Opfer einer Gewalttat zu werden, begleitete Thomas Hobbes sein Leben lang.<a name="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p style="text-align: left;">Diese Angst aller Menschen und deren &#8220;Wunsch nach Reichtum, Ehre, Herrschaft und jeder Art von Macht stimmt den Menschen zum Streit, zur Feindschaft und zum Kriege.&#8221;<a name="_ftnref3" href="#_ftn3">[3]</a><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1475" title="Angst Hobbes Wolf Naturzustand Angst" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2012/01/Hobbes-Angst-Wolf.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>Der Mensch ist demzufolge von Natur aus dem Menschen ein Wolf.<a name="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a></p>
<p><span style="color: gray;">- So als ob die Wölfe sich ständig gegenseitig nach dem Leben trachten würden. -</span></p>
<h2>Selbstüberwindung</h2>
<p>Erst wenn der Mensch mittels Vertrag auf die naturgegebene Macht verzichtet entstehe eine glückliche und friedliche Gesellschaft.<a name="_ftnref5" href="#_ftn5">[5]</a></p>
<p>Zwei nie belegte Thesen sind hier enthalten:</p>
<ul>
<li>Der Mensch kann sich selbst über die eigene Natur erheben und</li>
<li>in dieser Transformation entsteht etwas, das ein friedliches Miteinander ermöglicht.</li>
</ul>
<p><span style="color: gray;"> -So, als ob es ein Jenseits der Natur mit einem friedlichen Leben geben würde.-<a name="_ftnref6" href="#_ftn6">[6]</a></span></p>
<p>Diese Vorstellung wird bis heute tradiert.</p>
<p>Sigmund Freud folgte dem zwar mit schweren Herzen, aber mit heftigen Argumenten. Auch er sah die grundsätzliche &#8220;Feindseligkeit eines gegen alle und aller gegen einen.&#8221;<a name="_ftnref7" href="#_ftn7">[7]</a> Die Überwindung dieses Zustandes durch Kultivierung ist demzufolge eine fortwährende individuelle und gesellschaftliche Aufgabe.<a name="_ftnref8" href="#_ftn8">[8]</a><br />
Nur so könnten Kriege verhindert werden.<a name="_ftnref9" href="#_ftn9">[9]</a></p>
<p><span style="color: gray;">- So als ob irgendwelche Naturvölker und nicht etwa die &#8216;Kulturnationen&#8217; Europas den 1. Weltkrieg führten, gegen den er sich wandte. -<br />
</span></p>
<p>Aber auch heute noch dominieren diese Koordinaten. Wenn mal wieder ein Gewaltexzess bekannt wird, wird nach der Stärkung der Zivilisation gerufen. Und Gewaltforscher wie Wilhelm Heitmeyer phantasieren über &#8220;naturvermittelte&#8221; Kategorien<a name="_ftnref10" href="#_ftn10">[10]</a>, an denen sich angeblich die Täter orientieren.</p>
<p>Gewalttäter bleiben so naturnahe Barbaren, die bei der Selbstüberwindung Defizite haben.</p>
<p>Die desintegrierende Gesellschaft produziere Orientierungskrisen, die ein Durchbrechen des Naturzustandes ermögliche. Wie bei Hobbes steht da wieder die Angst vor dem Chaos und Gewalt des natürlichen Menschen.</p>
<h2>Potential</h2>
<p>Aber gerade in Zeiten von Orientierungskrisen wäre es wichtig, von den kultivierten Größenphantasien abzulassen und real vorhandene Potentiale zu nutzen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1482" title="Moewe-Potential-fliegen-Desinteghrationsansatz" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2012/01/Moewe-Potential-fliegen.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>Der Mensch hat tatsächlich Fähigkeiten entwickelt, die in der Tierwelt einzigartig sind. Aber würden die Vögel ihre spezifischen Fähigkeiten so nutzen wie wir unsere, würde nur ein stolperndes Hüpfen herauskommen.</p>
<p style="text-align: center;"><em>Fliegen ist eben kein Versuch, die Natur zu überwinden, sondern sie elegant zu variieren.</em></p>
<p>Die Frage, ob wir im Naturzustand &#8216;gut&#8217; oder &#8216;böse&#8217; sind, ist uninteressant.<a name="_ftnref11" href="#_ftn11">[11]</a> Wir sind, was wir sind.</p>
<p>Wichtig ist die Frage:</p>
<p><strong>Wie lange wollen wir unser Menschsein noch über den Kampf gegen uns selbst definieren und so unsere Potentiale vergeuden?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<hr size="1" />
<p><a name="_ftn1" href="#_ftnref1"><span style="font-size: 12.0pt; font-family: &quot;Liberation Serif&quot;,&quot;serif&quot;;">[1]</span></a> Meine Mutter <span style="font-family: &quot;WenQuanYi Micro Hei&quot;;" lang="ZH-CN">„</span>did bring forth Twins at once, both Me, and Fear.” Hobbes zitiert nach Reemtsma, Jan Phillipp: Das Implantat der Angst. In: Miller, Max/<br />
Soeffner, Hans <span style="font-family: &quot;WenQuanYi Micro Hei&quot;;" lang="ZH-CN">-</span>Georg (Hrsg.): Modernität und Barbarei, Frankfurt/M 1996, S.28-35. S.29</p>
<p><a name="_ftn2" href="#_ftnref2"><span style="font-size: 12.0pt; font-family: &quot;Liberation Serif&quot;,&quot;serif&quot;;">[2]</span></a> Vgl. Münkler, Herfried: Thomas Hobbes. Frankfurt/M 1993. S.34/35: <span style="font-family: &quot;WenQuanYi Micro Hei&quot;;" lang="ZH-CN">„</span>Der Philosoph, der die Furcht vor dem Tode zum Grundmotiv seiner Philosophie gemacht hat, hat sein eigenes Leben weitgehend in Übereinstimmung mit diesem von ihm herausgestellten Grundantrieb geführt.“</p>
<p><a name="_ftn3" href="#_ftnref3"><span class="Funotenzeichen1"><span class="Funotenzeichen1"><span style="font-size: 12.0pt; font-family: &quot;Liberation Serif&quot;,&quot;serif&quot;;">[3]</span></span></span></a> Hobbes, Thomas: Leviathan. Stuttgart 1996. S.90/91</p>
<p><a name="_ftn4" href="#_ftnref4"><span style="font-size: 12.0pt; font-family: &quot;Liberation Serif&quot;,&quot;serif&quot;;">[4]</span></a> Diese Annahme ist nicht nur unbelegt, sondern tut den <span style="font-family: &quot;WenQuanYi Micro Hei&quot;;" lang="ZH-CN">„</span>Kaniden Unrecht, die zu den geselligsten und kooperativsten Tieren“ zählen, Frans de Waal: Primaten und Philosophen. München. 2011. S.21; Rommelspacher sieht hier den Versuch von Hobbes, den Menschen als noch schlimmer als die Tiere darzustellen. Vgl. Diedrich: <a href="http://www.orgonomische-sozialforschung.de/download/AmG.pdf">Aus-einandersetzung-mit Gewalt</a>. S.219</p>
<p><a name="_ftn5" href="#_ftnref5">[5</a>] &#8220;Der große Leviathan (so nennen wir den Staat) ist ein Kunstwerk oder ein künstlicher Mensch – obgleich an Umfang und Kraft weit größer als der natürliche Mensch, welcher dadurch geschützt und glücklich gemacht werden soll.&#8221; (Hobbes: Leviathan. S.5).<br />
Vgl. Ingo Diedrich: <a href="http://www.orgonomische-sozialforschung.de/download/AmG.pdf">Aus-einander-setzung mit Gewalt</a>. Im Kapitel 3 gibt es eine ausführliche Darstellung der hier vorliegenden Argumentation.</p>
<p><a name="_ftn6" href="#_ftnref6">[6]</a> In der naturwissenschaftlichen Perspektive von Hobbes werden so religiöse Koordinaten auf Dauer integriert. Wilhelm Reich hat den Versuch vieler Menschen, sich von den eigenen Grundlagen zu trennen ausgiebig dargestellt (vgl. <a title="Maschinen Menschen" href="http://id-blog.or-so.de/2010/03/11/maschinen-menschen/leben-vitalitaet">Maschinen Menschen</a>). Diese Abspaltung drückt sich demzufolge in einer Gleichzeitigkeit des Mechanischen und Mystischen aus.</p>
<p><a name="_ftn7" href="#_ftnref7">[7]</a> Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur.  1930. S.407; &#8220;Homo homini lupus; wer hat nach allen Erfahrungen des Lebens und der Geschichte den Mut, diesen Satz zu bestreiten?&#8221; Freud (1930)  S. 400</p>
<p><a name="_ftn8" href="#_ftnref8">[8]</a> Freud weist darauf hin, dass nach Kopernikus und Darwin er mit der Psychoanalyse der Menschheit eine weitere große Kränkung zugeführt habe, gegen die sie sich wehrt. Das mag sein, aber er hat auch mit seinem Kulturmodell die Kulturmenschen erhöht und gleichzeitig den Boden entzogen.</p>
<p><a name="_ftn9" href="#_ftnref9">[9]</a> Vgl Freud, Sigmund: Warum Krieg? In: Freud, Anna/ Grubisch-Simitis, Ilse (Hrsg.): Sigmund Freud. Werkausgabe in zwei Bänden. Band 2. Frankfurt/M 1978, S.483-493</p>
<p><a name="_ftn10" href="#_ftnref10">[10]</a> Heitmeyer, Wilhelm: Rechtsextremistische Orientierungen bei Jugendlichen. Empirische Ergebnisse und Erklärungsmuster einer Untersuchung zur politischen<br />
Sozialisation. Weinheim 1992. S.67</p>
<p><a name="_ftn11" href="#_ftnref11">[11]</a> Unter dieser Perspektive sind Rousseau und Hobbes nur zwei Seiten einer Medaille</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sex, Scrum und Arbeitsvermittlung</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2011/12/19/sex-scrum-und-arbeitsvermittlung/soziologie</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 17:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projektmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsvorbereitung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[… was die Themen miteinander zu tun haben? Ich lese gerade das Buch ‚Die Psychologie sexueller Leidenschaft‘, habe einen Workshop zum Scrum gemacht und an einer Projektevaluation zur Arbeitsvermittlung mitgearbeitet. Und: In allen Bereichen wird eine positive Entwicklung daraus abgeleitet, dass das Individuum immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Arbeitsvermittlung Im Projekt können die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… was die Themen miteinander zu tun haben?</p>
<p>Ich lese gerade das Buch ‚Die Psychologie sexueller Leidenschaft‘, habe einen Workshop zum Scrum gemacht und an einer Projektevaluation zur Arbeitsvermittlung mitgearbeitet.</p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="size-full wp-image-1429  alignnone" title="Affe Sex scrum Arbeitsvermittlung " src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/12/Sex_scrum_Arbeitsvermittlung.jpg" alt="Affe Sex, Scrum und Arbeitsvermittlung" width="500" height="341" /></a></p>
<p>Und:</p>
<p>In allen Bereichen wird eine positive Entwicklung daraus abgeleitet, dass das Individuum immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird.</p>
<h2>Arbeitsvermittlung</h2>
<p>Im Projekt können die Arbeitslosen eine Unterstützerstruktur nutzen. Bedingung ist: sie müssen wollen. Sie werden in keine Maßnahmen gedrängt, müssen keine Sanktionen befürchten, aber dafür aktiv den eigenen Weg gestalten.</p>
<h2>Scrum</h2>
<p>In diesem <a title="Projektmanagement: Planen, sprinten (scrum), träumen" href="http://id-blog.or-so.de/2011/06/30/projektmanagement-planen-sprinten-traumen/leben-vitalitaet">Projektmanagement </a>stehen dem Team große Freiräume zur Verfügung. Es gibt sehr klare Strukturen, die diese Räume schützen. Sie können sie selbstverantwortlich und selbstorganisiert nutzen. Bedingung ist, dass sie sie eben selbstverantwortlich und selbstorganisiert nutzen.</p>
<h2>Sex</h2>
<p>Der Psychotherapeut Schnarch beschreibt, wie das alte Ideal der Verschmelzung regelmäßig in eine frustrierende Sackgasse führt. Die Autonomie sei die Grundlage für eine gelingende Sexualität. Dies eröffnet dem Individuum große Freiheiten. Es verlangt aber auch z.B. in der Umarmung auf eigenen Füßen zu stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diesen Doppelcharakter der Individualisierung hat Beck schon 1986 grundlegend beschrieben. Die bisher regulierenden Großstrukturen wie z.B. die Kirchen verlieren an Bedeutung. Das Individuum bekommt so Freiräume. Gleichzeitig erhält es aber auch die Last der Selbst-Regulation. Der äußere Druck wird so evtl. zur Selbstmotivation und Selbstdisziplinierung umgewandelt. Dies wird nun in den verschiedenen Bereichen durchdekliniert.</p>
<p>Das Leben wird so vielfältiger. Ob es ein emanzipatorischer Prozess ist, ist nicht so klar. Egal ob Sex, Scrum oder Arbeitsvermittlung: es lohnt sich genau hinzuschauen, wie sinnvoll dieser neue Maßstab tatsächlich ist.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Beck, Ulrich: <a title="Ulrich Beck: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Risikogesellschaft" target="_blank">Risikogesellschaft</a>. Auf dem Weg in eine andere Moderne. 1986</p>
<p>David Schnarch: <a title="David Schnarch: Die Psychologie der sexuellen Leidenschaften" href="http://www.amazon.de/Psychologie-sexueller-Leidenschaft-David-Schnarch/dp/3492251374/ref=pd_sim_b_3" target="_blank">Die Psychologie sexueller Leidenschaft</a>. 2009</p>
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		<title>Projektmanagement: planen, sprinten, träumen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 14:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Projektmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Planen Projekte werden üblicherweise geplant. Noch bevor es richtig losgeht, wird der Verlauf fixiert. Es werden Ressourcen zugeordnet, Meilensteine festgelegt, Toleranzen berechnet usw. Dies kann ein mühsames und riskantes Geschäft sein. Gut ist der Plan, wenn es gelingt, die kommende Realität an diesen anzupassen. Die Dominanz der Struktur des Planes soll die vorhersehbare Zielerreichung sicherstellen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Planen</h2>
<p>Projekte werden üblicherweise geplant. Noch bevor es richtig losgeht, wird der Verlauf fixiert. Es werden Ressourcen zugeordnet, Meilensteine festgelegt, Toleranzen berechnet usw. Dies kann ein mühsames und riskantes Geschäft sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1335" title="Projektmanagement scrum dragon dreaming" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/06/Projekt.jpg" alt="Projektmanagement scrum dragon dreaming" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Gut ist der Plan, wenn es gelingt, die kommende Realität an diesen<span id="more-1322"></span> anzupassen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1326" title="Gantt" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/06/gantt.gif" alt="" width="250" height="106" />Die Dominanz der Struktur des Planes soll die vorhersehbare Zielerreichung sicherstellen. Selbst sehr komplexe Projekte, wie der Bau eines Hochhauses können so bewältigt werden.</p>
<h2>Sprinten</h2>
<p>Insbesondere in der Softwareentwicklung werden mit dem „Agilen Projektmanagement“<a href="#_ftn1">[1]</a> neue Wege gegangen.</p>
<p>Auch hier gibt es ein Ziel, aber die Dynamik des Weges dorthin steht im Vordergrund.</p>
<p>Ein gutes Management verliert das Ziel nicht aus den Augen, bietet aber Strukturen, die möglichst viel Bewegung zulassen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1328" title="scrum" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/06/scrum.gif" alt="" width="180" height="187" />In „Scrum“ werden kurze Sprints definiert. Die Ergebnisse werden erprobt und fließen in die nächste Definition ein. Der „Master“ leitet nicht das Team. Er sorgt sich vielmehr um den geschützten Raum, in dem das Team selbstorganisiert die vereinbarten Anliegen umsetzt.</p>
<p>Auffällig ist, dass mit Hilfe sehr klarer Strukturvorgaben (Rollen, Verfahren usw.) Freiräume geschaffen werden, die eine große Dynamik ermöglichen. Starre Strukturen und heftige Bewegungen beziehen sich ähnlich wie im Rugby aufeinander.<a href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p>Das Projektmanagement plant nicht diesen Prozess, sondern begleitet ihn. Der Komplexität wird hier mit Agilität begegnet.</p>
<h2>Träumen</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1330" title="Dragon Dreaming" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/06/Dragon-Dreaming.jpg" alt="" width="180" height="161" />Die Vision wird im Projektmanagement des Dragon Dreaming<a href="#_ftn3">[3]</a> als Hinweis auf die schmerzliche Spalte zum Istzustand angesehen. Das Projekt ist somit eine Art Heilung, die von einer lockenden Zukunftsgestalt vorangetrieben wird. Aus der Imagination eines Individuums wird ein soziales Projekt und aus der Vision ein ausgehandeltes Ziel.</p>
<p>An die Beteiligten stellt sich die Frage:</p>
<blockquote><p>„Was müsste während und durch dieses Projekt geschehen, damit Du weißt, dass Du Deine Zeit nicht sinnvoller hättest verbringen können?“</p></blockquote>
<p>Die Entwicklung des Projektes geht einher mit einem Wachstumsprozess der Personen.</p>
<p>Im Projektmanagement wird darauf geachtet, dass die vier Bereiche eines Projektes (Träumen, Planen, Feiern und Handeln) gleichberechtigt zum Zuge kommen. Gerade dem Feiern wird eine besondere Bedeutung zugeschrieben:</p>
<blockquote><p>„Ohne eine gesunde Kultur des Feierns und der gegenseitigen Wertschätzung nähren wir uns nicht genügend, verlieren früher oder später die Freude am Tun und sind erschöpft.“ (John Croft)<a href="#_ftn4">[4]</a></p></blockquote>
<p>Die vier Bereiche sind die wesentliche Grundlage für das Gelingen und die Nachhaltigkeit. Der Rhythmus des Projektes wird dem Menschenbild angeglichen.</p>
<p>Dragon Dreaming versteht sich als Aufforderung, die eigenen Visionen ernst zu nehmen und Widersprüchen nicht aus dem Weg zu gehen. An dem Ort, an dem die Angst zunimmt, wird der Ort der noch schlummernden eigenen Kraft gesehen.</p>
<h2>Technik-Leben</h2>
<p>Die Unterschiede der drei Arten vom Projektmanagement liegen nicht im Grad der Dynamik. Auch wenn die beiden letztgenannten Methoden die Beweglichkeit sehr wichtig nehmen, so kann auch ein klassisches Projekt u.a. aufgrund von Druck eine starke Dynamik entwickeln.</p>
<p>Auch der Grad der Komplexität<a href="#_ftn5">[5]</a> bei den Projekten ist nicht ausschlaggebend. Die agile Methode tritt zwar an, Komplexität effektiv managen zu können, aber nach wie vor werden die meisten komplexen Projekte klassisch strukturiert. Und mit Dragon Dreaming werden ganze Gemeinschaften gegründet und auch umfangreiche Softwareprojekte durchgeführt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="size-full wp-image-1346 aligncenter" title="Projektmanagement Technik-Leben scrum dragon dreaming" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2011/06/Technik-Leben.jpg" alt="Projektmanagement Technik-Leben scrum dragon dreaming" width="500" height="344" /></a></p>
<p><strong>Die Frage ist vielmehr, inwieweit ein Projekt als ein technisches Problem oder als ein lebendiger Prozess verstanden wird.</strong></p>
<p>Im klassischen Verständnis erscheinen Menschen als auf bestimmte Eigenschaften reduzierte Ressourcen. Beim Dragon Dreaming werden demgegenüber gerade die typisch menschlichen Aspekte wie das Träumen und Feiern wichtig genommen.</p>
<p>Dies bestimmt die Beziehung zwischen Struktur und Bewegung. Auf der einen Seite wird die quantifizierte Arbeitskraft in einer kausalen Abhängigkeitskette integriert. Und auf der anderen Seite wird ein auf Heilung und Wachstum orientierter Prozess initiiert.</p>
<p>Dazwischen liegt das <a title="Agiles projektmanagement" href="http://id-blog.or-so.de/2010/07/16/agiles-projektmanagement/leben-vitalitaet" target="_blank">Agile Projektmanagement</a>.<a href="#_ftn7">[6]</a> Die Softwareentwicklung erscheint hier als ein technischer Vorgang, der als ein sozialer Prozess gestaltet wird.</p>
<div>
<hr size="1" />
<div>
<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Zum Agilen Projektmanagement liegt sehr viel Literatur vor. Eine gute Einführung: Henning Wolf/ Wolf-Gideon Bleek: <a title="Agile Softwareentwicklung" href="http://www.amazon.de/Agile-Softwareentwicklung-Henning-Wolf/dp/3898647013/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1309442423&amp;sr=8-1" target="_blank">Agile Softwareentwicklung</a>. Ein Einführung in Scrum bietet Ken Schwaber: <a title="Agiles Projektmanagement mit Scrum" href="http://www.amazon.de/Agiles-Projektmanagement-mit-Scrum-Schwaber/dp/386645631X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1309442531&amp;sr=8-1" target="_blank">Agiles Projektmanagement mit Scrum</a>. Ins Detail geht Ralf Wirdemann: <a href="http://www.amazon.de/Scrum-User-Stories-Ralf-Wirdemann/dp/3446426604/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1309442582&amp;sr=8-1" target="_blank">Scrum mit user stories</a>.</p>
</div>
<div>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Scrum ist im Rugby das ‚Gedränge‘, die Sammlung, die Ruhe bevor der Sprint, die Bewegung freigesetzt wird. Ein <a title="Übersichtsplakat" href="http://if-blog.de/scrum-plakat" target="_blank">Übersichtsplakat </a>zu Scrum .</p>
</div>
<div>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Dragon Dreaming wird vor allem durch den Australier John Croft geprägt. In zahlreichen Seminaren insbesondere in Gemeinschaftsprojekten (Sieben Linden, Steyerberg u.a.) wird der Ansatz weiterentwickelt. Ein interessanter Text: John Croft: <a href="http://www.dragondreaming.de/download/fact_sheets_%28deu.%29%282%29/Fact%20Sheet%2010.pdf" target="_blank">Charismatische Kommunikation</a>: Ein Werkzeug zur Teambildung.<a href="http://www.dragondreaming.de/download/fact_sheets_%28deu.%29%282%29/Fact%20Sheet%2010.pdf"></a></p>
</div>
<div>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> <a href="http://www.dragondreaming.info/deutsch/einf%C3%BChrung" target="_blank">dragondreaming.info</a></p>
<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Zum Thema Komplexität vgl. zwei Blogartikel von Peter Wallner: <a href="http://hpwallner.at/2011/05/29/ein-essay-uber-komplexitat-und-das-leben-teil-1" target="_blank">Ein Essay über Komplexität und das Leben</a></p>
</div>
<div>
<p><a href="#_ftnref7">[6]</a> In der Animation “<a href="http://pm-blog.com/2010/02/20/menschen-zentriertes-design-trifft-agiles-projektmanagement" target="_blank">Human-centered design meets Agile Development</a>” wird die agile Methode unter dem Aspekt der Zentrierung auf den Menschen diskutiert.<br />
Oft wird agiles PM nur auf &#8216;immaterielle Projekte&#8217; <a href="http://blog.setzwein.com/2011/07/11/scrum-nicht-nur-fur-software/" target="_blank">bezogen</a>. Bei Bauprojekten also auf die <a href="http://www.bpm-blog.at/2010/06/21/agiles-bauprojektmanagement/" target="_blank">Planungsphase</a>. Dies ist zu eng. Auch ein Bau kann iterativ wachsen. Dies setzt aber insbesondere andere Zeitvorstellungen voraus.</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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		<title>Übergänge gestalten</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/12/14/ubergange-gestalten/paedagogik</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 11:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsvorbereitung]]></category>
		<category><![CDATA[ibbw]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Übergangsmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge der Individualisierung ist die Bedeutung von Übergängen ständig gestiegen. Die Jugend war schon immer eine Zeit der Übergange. Aber während diese früher stark von außen strukturiert wurden, erscheinen sie heute als zu gestaltendes Problem. Der Übergang von der Schule in die Berufswelt nimmt nach wie vor eine besondere Rolle ein. Haupt- und FörderschülerInnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der Individualisierung ist die Bedeutung von Übergängen ständig gestiegen.</p>
<p>Die Jugend war schon immer eine Zeit der Übergange. Aber während diese früher stark von außen strukturiert wurden, erscheinen sie heute als zu gestaltendes Problem. Der Übergang von der Schule in die Berufswelt nimmt nach wie vor eine besondere Rolle ein.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/Uebergaenge_gestalten.jpg"></a><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="size-full wp-image-1311 aligncenter" title="Übergänge gestalten Übergangsmanagement Berufswahl IFAS" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/Uebergaenge_gestalten.jpg" alt="Übergänge gestalten Übergangsmanagement Berufswahl IFAS" width="500" height="351" /></a>Haupt- und FörderschülerInnen müssen diesen Übergang früh meistern. In dem „Projekt Zukunft“ von IFAS<a href="#_ftn1">[1]</a> werden diese Jugendlichen durch<span id="more-1282"></span> persönlichkeitsstärkende und berufsbezogene Maßnahmen darauf vorbereitet. In der wissenschaftlichen Begleitung<a href="#_ftn2">[2]</a> habe ich u.a. 20 Jugendliche dazu interviewt.</p>
<h2>Doppelte Berufsintegration</h2>
<p><strong>Die Jugendlichen müssen nicht nur einen Platz in der Berufswelt finden, sondern die Berufswelt muss auch ein Platz in ihrer Biografie bekommen.</strong></p>
<p>Nur wenn sie eine positive Bedeutung erhält – als sinnvoll erscheint – wird sie auch angenommen. Diese Integration kann sehr unterschiedlich aussehen. Vier kurze Beispiele:</p>
<h3>Claudia – Integration durch Talent</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1296" title="Claudia" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/B_green.png" alt="" width="65" height="99" />Claudia will ihr Talent umsetzen und Grafikdesignerin werden. Dies ist ein individualistischer Akt der Selbstverwirklichung. Gleichzeitig ist es aber auch ein Versuch der Reintegration der Familie. Sie hat bei den älteren Brüdern gesehen, wie die Familie durch die Ausbildung auseinanderfällt. Indem sie wie diese eine Computerarbeit wählt und wie der Vater ihr kreatives Talent umsetzt, kann sie von einer Zusammenarbeit mit diesen träumen. Der schmerzliche Schritt des Loslassens erscheint so als Integration der Familie innerhalb der Berufswelt.</p>
<h3>Mehmet – geschoben und gezogen</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1298" title="Mehmet" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/B_blue.png" alt="" width="65" height="99" />Mehmet tritt als noch angepasstes Kind auf, das nichts falsch machen will. Er sucht einen Schutzraum, in dem er sich dem schweren Thema nähern kann, ohne tatsächlich eigenständig werden zu müssen. Personen seines Vertrauens sind die Brücken, die ihn in die fremde Berufswelt leiten. Den äußeren Druck, einen Schritt zu tun, kann er so als Ausdruck seiner Kompetenzen Einfühlungsvermögen und Anpassungsfähigkeit erleben.</p>
<h3>Denise – realitätstüchtig</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1299" title="Denise" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/B_yellow.png" alt="" width="65" height="99" />Denise will sehr gerne mit Tieren arbeiten. Im Laufe des Projektes verabschiedet sie sich aber langsam davon. Sie identifiziert diesen Wunsch als „Traum“ und als „Kinderwunsch“. Ihre Schritte erscheinen so als Weg in die Erwachsenenwelt. Sie orientiert sich an der Welt der Mutter und wird einen sozialen Beruf erlernen. Für ihren Traum hat sie sich mit einem „Pflegepferd“ eine Nische in der Freizeit freigehalten.</p>
<h3>Markus – unnormal angepasst</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1300" title="Markus" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/12/B_red.png" alt="" width="65" height="99" />Für Markus ist die Berufswelt Ausdruck der Normalität. Er als Punk will auf keinen Fall hier hin. Er ist intelligent und kreativ, er will Geld verdienen, aber nicht arbeiten. Ein Tattoostudio scheint ein gangbarer Kompromiss. Als Markus zu den Skins wechselt, lernt er Arbeit mit Männlichkeit und Respekt zu verknüpfen. Er möchte diese Anerkennung &#8211; aber nicht normal werden. Er wird als Mediengestalter arbeiten, um so Geld für seine unnormale Arbeit im Tattoostudio zu erwirtschaften. Nur über diese Konstruktion ist für Markus ein Schritt in die Berufswelt gangbar.</p>
<h2>Biografie orientierte Begleitung</h2>
<p>Die SchülerInnen benötigen zur konstruktiven Bewältigung des Übergangs Informationen über die fremde Berufswelt und Werkzeuge, sich auf sich und die eigene Biografie einzulassen.</p>
<p>Begleitung gelingt, wenn BegleiterInnen als Insider der Berufswelt auftreten und als solche den Kontakt mit der Welt der Jugendlichen suchen. Sie konstruieren mit den Jugendlichen einen gemeinsamen Raum, in dem die gegenseitige Erkundung im Vordergrund steht.</p>
<p>Die Jugendlichen können so als Experten der eigenen Biografie neue Erfahrungen integrieren. Die Berufswelt kann einen Sinn bekommen. Aber auch die Begleitung wird aufgrund des Einlassens auf die Jugendlichen ihre Interpretation der Berufswelt fortlaufend ändern.</p>
<p><strong>Die Öffnung im gemeinsamen Kontaktfeld ist der Kern einer guten Übergangsbegleitung.</strong> Veränderung benötigt Sicherheit und Öffnung. So kann sich die Kompetenz entwickeln, Krisen nicht als Abbruch und Ausstieg, sondern als Übergang zu gestalten.</p>
<p>Die Ausbildung der Lehrkräfte bietet leider nur wenige Ansatzpunkte für so eine Begleitungsarbeit. Aber auch die Fortbildungen in diesem Bereich stehen hier allenfalls am Anfang.<a href="#_ftn3">[3]</a></p>
<hr size="1" />
<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Institut für angewandte Sozialfragen gGmbH (<a href="http://www.ifas-goettingen.de/">IFAS</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vgl. Ingo Diedrich: <a href="http://www.ibbw.de/Dokumente/PDF/Forschung/Abschlussbericht_Projekt_Zukunft.pdf" target="_blank">Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts „Zukunfts- und Berufsplanung für benachteiligte Jugendliche in Südniedersachsen“.</a> Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung (ibbw). Göttingen 2010</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Vgl. Ingo Diedrich, Tilman Zschiesche: <a href="http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a31_bestandsaufnahme-ibbw_p30567.pdf" target="_blank">Bestandsaufnahme des Fort- und Weiterbildungsangebots für Lehrkräfte an beruflichen Schulen bezogen auf das Handlungsfeld der beruflichen Benachteiligtenförderung und den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt</a>. Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Ibbw 2009</p>
<p>Auch für den Bereich der Sozialpädagogik liegt ein Bericht vor. Ingo Diedrich, Tilman Zschiesche: <a href="http://www.ibbw.de/Dokumente/PDF/Forschung/Endbericht_Uebergang_Schule_Arbeitswelt.pdf" target="_blank">Zur Professionalisierung von sozialpädagogischen und weiteren Fachkräften im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt.</a> Studie im Auftrag der Robert Bosch Stiftung GmbH. Ibbw 2009</p>
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		<title>Wilhelm Reich ist platt</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/11/30/wilhelm-reich-ist-platt/wissenschaft</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 17:51:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Schmitz]]></category>
		<category><![CDATA[Max Scheler]]></category>
		<category><![CDATA[Phänomenologie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[„Der Wilhelm Reich ist doch platt, nehmen Sie lieber Helmut Plessner“ Als Student wollte ich eine Hausarbeit über „Wilhelm Reich und Macht“ schreiben und bekam vom Prof diese Antwort. Wilhelm Reich bietet ein stringentes Modell an, aber im Kern war er Empiriker. An dem Abstraktionsgrad eines Plessners gemessen, erscheinen seine Schriften tatsächlich schlicht. Reich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„Der Wilhelm Reich ist doch platt, nehmen Sie lieber Helmut Plessner“</p></blockquote>
<p>Als Student wollte ich eine Hausarbeit über „Wilhelm Reich und Macht“ schreiben und bekam vom Prof diese Antwort.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1255" title="Blatt Wilhelm Reich Plessner" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Blatt.jpg" alt="Blatt Wilhelm Reich Plessner" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wilhelm Reich bietet ein stringentes Modell an, aber <span id="more-1238"></span>im Kern war er Empiriker. An dem Abstraktionsgrad eines Plessners gemessen, erscheinen seine Schriften tatsächlich schlicht. Reich ist weder ein Philosoph noch ein Experte der Philosophie. Er verortet sich „außerhalb der philosophischen Streitgebiete.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p>
<blockquote><p>„[…] Prüfungen der Denkmethoden sind oft und von philosophisch geübteren Forschern unternommen worden. Meine Aufgabe beschränkt sich darauf, nach dem gemeinsamen Prinzip zu suchen, das das typische menschliche Irren beherrscht.“</p></blockquote>
<p>So verweist er bei Philosophen auf die Unsicherheiten in der Beurteilung der eigenen Wahrnehmung und hat den Eindruck, „als hätten sich berühmt gewordene philosophische Schulen in leere Zwangsgrübelei verrannt (z.B. Husserl).“</p>
<h2>Phänomenologie</h2>
<p>Auf dem Soziologentag 2010 bin ich an zwei Stellen wieder von der Phänomenologie berührt worden.</p>
<h3>Max Scheler</h3>
<p>Joachim Fischer hielt einen engagierten Vortrag über den Wandel von Max Scheler vom Klassiker der Soziologie hin zu dessen Exklusion. <a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Max-Scheler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1240" title="Max-Scheler" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Max-Scheler.jpg" alt="" width="200" height="266" /></a>Ich habe daraufhin erst einmal eine kleine Biografie über Scheler gelesen.<a href="#_ftn2">[2]</a> Scheler ist eine sehr spannende Persönlichkeit, geprägt von großen Widersprüchen und einer gelebten Intensität.<a href="#_ftn3">[3]</a> Es gab da viele Aussagen, die mir gefallen haben:</p>
<blockquote><p>„Die exakte Wissenschaft […] kann […] nur richtig […] gewürdigt werden, wenn man ihr das Ziel setzt, Natur beherrschbar und berechenbar zu machen, nicht aber sie zu erkennen.“<a href="#_ftn4">[4]</a></p></blockquote>
<p>Aber auch die zentrale Bedeutung der „Liebe“ für die Forschung finde ich bestechend. In den Worten des Philosophen: Philosophieren ist ein „liebesbestimmter Actus der Teilnahme des Kerns einer endlichen Menschenperson am Wesenhaften aller möglichen Dinge.“<a href="#_ftn5">[5]</a></p>
<p>Es gab aber auch Aspekte von Scheler, zu denen ich (noch) keinen Zugang habe.</p>
<h3>Hermann Schmitz</h3>
<p>Bei den Körpersoziologen (u.a. Robert Gugutzer) wurde immer wieder auf einen weiteren Phänomenologen verwiesen: Hermann Schmitz. Die Lektüre eines seiner Bücher<a href="#_ftn6">[6]</a> macht richtig Freude.</p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Hermann-Schmitz.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1242" title="Hermann-Schmitz" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Hermann-Schmitz.jpg" alt="" width="200" height="253" /></a>Ausgangspunkt ist die „unwillkürliche Lebenserfahrung“ (7) und der Fortschritt besteht darin, „immer genauer zu merken, was merklich ist“ (14). Ihn interessiert die „Ablenkung“ von diesem Merken:</p>
<blockquote><p>„Die unwillkürliche Lebenserfahrung kann nur freigelegt werden, wenn ihre Verstellungen und Verzerrungen durch die geschichtliche Prägungen, die im Normalbewusstsein der heutigen Menschen zu Selbstverständlichkeiten verkrustet sind, auf- und abgearbeitet werden.“<a href="#_ftn7">[7]</a> (19)</p></blockquote>
<p>In Begriffen wie „leibliche Kommunikation“, „affektive Betroffenheit“, aber auch dem „innerleiblichen Dialog von Engung und Weitung“(38) sehe ich große Anknüpfungspunkte für die Reichsche Perspektive.</p>
<p>Trotz großer Ähnlichkeiten gibt es aber eben auch Unterschiede in der Perspektive und Inhalten. Dies macht das Zusammendenken der Modelle ja gerade spannend. Während Reich z.B. die Charakterstruktur als ein wesentliches Gütekriterium des Forschers benennt und quasi festschreibt, geht es Schmitz auch um ein Verfahren, sich trotz dieser hemmenden Struktur dem Forschungsgegenstand anzunähern. Aber auch seine Kritik an der Vorstellung von Singularität finde ich für Reichs Konzept von <em>Kontakt</em> anregend.</p>
<h2>Philosophische Anknüpfung</h2>
<p>Es gibt schon mehrere Verknüpfungen von Wilhelm Reichs Arbeiten mit philosophischen Autoren. Da ist z.B. das LSR-Projekt von Bernd A. Laska. Er stellt Reich in eine Reihe von Julien Offray de La Mettrie und Max Stirner.<a href="#_ftn8">[8]</a> Andreas Hellmann diskutiert Reichs Thesen mit Bezug auf verschiedene Autoren wie z.B. Michel Foucault und Gilles Dileuze.<a href="#_ftn9">[9]</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1257" title="Blatt Hermann Schmitz Plessner Scheler" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Blatt-sw1.jpg" alt="Blatt Hermann Schmitz Plessner Scheler" width="500" height="339" /></a>Mir sind gerade Hermann Schmitz und die „Neue Phänomenologie“<a href="#_ftn10">[10]</a> wichtig. Mal schauen, wo mich die Lektüre hinführt. Eins ist aber klar: Ich hätte mich damals doch mehr mit Plessner beschäftige sollen, anstatt eine mäßige Arbeit über Reich und Macht zu schreiben.</p>
<hr size="1" />
<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel, Frankfurt/M 1987. Die drei Zitate befinden sich auf S.43 und S.44</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Wilhelm Mader: Scheler. Reinbek 1980</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Das Foto stammt von der Seite der <a href="http://www.max-scheler.de/" target="_blank">Max Scheler Gesellschaft</a></p>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Scheler 1906 zitiert nach Mader S. 33</p>
<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Scheler GW 5,68. Zit. Nach Mader S. 51. Vgl. dazu Berman über Reichs Wissenschaftsverständnis: &#8220;Wer weiß denn nun mehr von der Natur, von der &#8216;Wirklichkeit&#8217;? Derjenige, der sie umarmt und liebkost, oder der, der sie mit Gewalt nimmt, sie belästigt, wie Bacon uns drängte? Es ist die epistemologische Folge von Reichs Arbeit, dass Gewissheit über die Wirklichkeit zu haben vom Lieben abhängt &#8211; ein bemerkenswerter Schluss.&#8221; Berman, Morris: Wiederverzauberung der Welt. Am Ende des Newtonschen Zeitalter, Hamburg 1985.</p>
<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Hermann Schmitz: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie. Freiburg/München. 2010</p>
<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Die Parallelen zu Reich Konzept von <em>Panzerung </em>sind offensichtlich.</p>
<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> Bernd A. Laska: <a href="http://www.lsr-projekt.de" target="_blank">LSR-Projekt</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Andreas Hellmann: Perspektiven der Lebensenergieforschungen im 20. Jahrhundert. Marburg 2004</p>
<p><a href="#_ftnref10">[10]</a> Vgl. <a href="http://www.gnp-online.de" target="_blank">Gesellschaft für Neue Phänomenologie</a>. Das Foto von Hermann Schmitz stammt von dieser Seite</p>
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		<title>Öko und Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 22:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
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		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos. Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich? Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Lebensweise? Und vor allem: sind die glücklich? Und umgekehrt:  unglückliche Menschen können durch einen exzessiven Konsumstil auffallen – oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/ID-Podcast-Oeko-und-Glueck.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos.<br />
Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich?</p>
<p>Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Lebensweise? Und vor allem: sind die glücklich?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><br />
</a><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1271" title="Ökologie und Glück Hase auf der Flucht" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Hase_auf_der_Flucht.jpg" alt="Ökologie und Glück Hase auf der Flucht" width="500" height="333" /></a>Und umgekehrt:  unglückliche Menschen können durch einen exzessiven Konsumstil auffallen – oder auch nicht. Aber wie nutzen glückliche Menschen ihre Umwelt?</p>
<p>Maik Hosang will die Nachhaltigkeitsforschung mit der Glücksforschung verbinden<a href="#_ftn1">[1]</a>. Aber wenn man<span id="more-1180"></span> zwei so fremde Bereiche wie Glück (eher Emotion, nach innen weisend) und Nachhaltigkeit (eher Handlung, nach außen weisend) direkt in Beziehung setzt, wird es kompliziert. Das Wort Wechselwirkung kaschiert nur, dass man sich im Henne und Ei Paradox verfängt.</p>
<p>Hosang schlägt daher vor, eine weitere Dimension mit einzubeziehen: In Anlehnung an Bahro bezieht er beide Bereiche auf eine „Tiefenstruktur“, die durch „Grundemotionen“ geprägt ist.</p>
<p>Neben dieser vielversprechenden Perspektive möchte ich in Anlehnung an Wilhelm Reich eine weitere Perspektive skizzieren: Der <em>glückliche Organismus</em> wird über die  zugrunde liegende Lebensfunktion (Pulsation) mit der <em>nachhaltigen Ökologie</em> in Beziehung gesetzt. Nicht Kausalitäten, sondern Analogien, Identitäten und funktionalistische Zusammenhänge werden hier aufgegriffen. [2]
<h2>Glücklicher Organismus</h2>
<p>Die verschiedenen Aspekte eines Organismus wie der Körper, die Psyche und der Verstand lassen sich auf die Funktion der Pulsation zurückführen <a href="#_ftn2">[3]</a>. Die kontrahierende und expandierende Bewegung der Atmung ist dafür ein gutes Beispiel. Aber auch die Pole Angst (Kontraktion) und Lust (Expansion) deuten an, was gemeint ist.</p>
<p>Die Qualität der zugrundeliegenden Pulsation drückt sich auf den verschiedenen Ebenen entsprechend aus. Wenn sie z.B. auf der expansiven Seite gehemmt ist<a href="#_ftn3"> [4]</a>, zeigt sich das in einer zurückhaltenden Atmung bzw. Lust. Die Zurückhaltung geht einher mit entsprechenden Widersprüchen, Abspaltungen und Blockaden im Organismus. Dies kann z.B. als Charakterstruktur beschrieben werden<a href="#_ftn4">. [5]</a></p>
<p>In Momenten weitgehend ungestörter Pulsation ist der Organismus integriert und agiert als Einheit. Es ist eine Situation des Kontaktes. Der emotionale und körperliche Ausdruck ist nicht gehemmt und aufgrund der Selbstwahrnehmung erleben wir uns als  glücklich.</p>
<p>Pulsation und Glück kann man nicht machen, sondern nur zulassen.</p>
<p>Versuche z.B. durch joggen oder meditieren Glück <em>herzustellen</em>, sind Ausdruck der Zurückhaltung und nicht deren Überwindung <a href="#_ftn5">[6]</a>. So wird allenfalls eine Angleichung an ein Bild von Glück erreicht.</p>
<h2>Nachhaltige Ökologie?</h2>
<p>Auch die wichtigsten Ebenen der Ökologie können wir  als Variation der Pulsation verstehen. Entsprechend der Atmung und der Psyche kommt auch hier die Qualität der z<img class="alignleft size-full wp-image-1203" title="Pulsation" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Pulsation.gif" alt="Pulsation (Lebensfunktion)" width="200" height="300" />ugrunde liegenden Pulsation zum Ausdruck: <a href="#_ftn6">[7]</a> Widersprüche, Abspaltungen, Blockaden usw. Wenn die eigenen Fäkalien nur noch als Abfall angenommen bzw. entsorgt werden oder Lebensmittel für die Halde produziert werden, ist dies ein Merkmal dafür.</p>
<p>Wie auch beim Organismus gilt: Pulsation bzw. eine <em>richtige</em> Ökologie kann man nicht machen.</p>
<p>Nachhaltigkeitsdiskussionen, die eine ökologische Gesellschaft <em>herstellen</em> wollen, entsprechen meist der Fragestellung, ob joggen oder meditieren besser ist. Sie sind vielleicht politisch sinnvoll, führen aber nicht zu dem Zustand, der im Organismus als Glück erlebt wird. Solange mir die Ausdrucksbewegungen meiner Umwelt fremd sind, kann ich mich anstrengen wie ich will, ich werde als Fremdkörper agieren und das Ökosystem nachhaltig stören.</p>
<p>Solange versucht wird, die Ökologie in den Griff zu kriegen, ist dies Ausdruck der <em>Zurückhaltung</em>. Dies gilt unabhängig von der Qualität des anvisierten Maßstabs.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1195" title="Futterfisch" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Futterfisch.jpg" alt="Futterfisch" width="500" height="333" /></a>Ein nachhaltiger Ökodiskurs zeichnet sich dadurch aus, dass Wege gefunden werden, den Kontakt <em>zuzulassen</em>,  die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten für sich als gültig anzunehmen. Alles was dazu führt, sich als ein eingebundenes Wesen anzunehmen stärkt Kontakt und integriert die ökologischen Einheiten.</p>
<h2>Zulassen der Pulsation</h2>
<p>Die schwäbische Sparsamkeit ist Ausdruck einer protestantischen Moral <a href="#_ftn7">[8]</a> und nicht einer integrierten ökologischen Einheit. Es ist ein Versuch, das Leben durch gottgenehme Askese in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Dem alternativen Milieu ist der strenge Gott verlustig gegangen. Stattdessen orientieren sie sich starr an Biozertifikaten und lassen gleichzeitig zweimal im Jahr im Flug in die weite Welt die ökologische Sau raus. Und Glück ist für sie ein großes Rätsel.</p>
<p>Beide Orientierungsmodi haben eins gemeinsam: das starke Misstrauen gegenüber der eigenen biologischen Konstitution bzw. dem pulsierenden Leben.</p>
<p>Für uns als Krönung der Schöpfung  ist es sehr schwer, unser verwurzelt sein im Pulsieren einfach anzunehmen <a href="#_ftn8">[9]</a>. In diesem Punkt ist uns jede Amöbe haushoch überlegen.</p>
<hr size="1" />
<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Maik Hosang: <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2007/00000016/00000003/art00008" target="_blank">Tiefenkulturelle Widerstände und Chancen: Warum braucht Nachhaltigkeit Gefühls- und Glücksforschung?</a> In: Gaia 3. 2007. S.  181-186. <a title="Tiefenkulturelle Widerstände und Chancen" href="http://www.integralrecreation.com/GAIA3_2007_181_186_Hosang.pdf" target="_blank"></a> (<a href="http://www.oekom.de/gaia" target="_blank">www.oekom.de/gaia</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vgl. Ingo Diedrich: <a title="Naturnah forschen" href="http://www.ulverlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Naturnah forschen. Wilhelm Reichs Methode des lebendigen Erkennens</a>. Berlin 2000</p>
<p><a href="#_ftnref2">[3]</a> Vgl. z.B.: Wilhelm Reich: Die Entdeckung des Orgons Bd.1. Die Funktion des Orgasmus (1942), Köln 1987. S. 200ff</p>
<p><a href="#_ftnref3">[4]</a> Visualisierte Einführung in die Bremsung: <a title="Die Bremsung" href="http://orgonomische-sozialforschung.de/Jugend_Gewalt_Bremsung.htm" target="_blank">http://orgonomische-sozialforschung.de/Jugend_Gewalt_Bremsung.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref4">[5]</a> Wilhelm Reich: Charakteranalyse (veränderte 3.Aufl.1949), Frankfurt/M 1981</p>
<p><a href="#_ftnref5">[6]</a> Vgl Begriff der „moralischen Regulierung“ in Wilhelm Reich: Die sexuelle Revolution (1936), Frankfurt/M 1985. S. 27 ff. vgl. ausführliche Darstellung des Dreischichtenmodells in Ingo Diedrich: Aus-einander-setzung mit Gewalt. S.297ff. <a title="Aus-einander-setzung mit Gewalt" href="http://elib.suub.uni-bremen.de/publications/dissertations/E-Diss975_diedrich_i.pdf" target="_blank">http://elib.suub.uni-bremen.de/publications/dissertations/E-Diss975_diedrich_i.pdf</a></p>
<p><a href="#_ftnref6">[7]</a> Vgl. z.B. zur Wüstenbildung bzw. Erstarrung der Atmosphäre Wilhelm Reich: Orop Wüste. Zweitausendeins (1997)</p>
<p><a href="#_ftnref7">[8]</a> Vgl. Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Köln 2009. S 81ff</p>
<p><a href="#_ftnref8">[9]</a> Vgl Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus. (1.Aufl 1933, 3.erweiterte Auflage 1942), Köln 1986. S.295ff</p>
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		<title>Verstehende Naturwissenschaft (Wilhelm Reich)</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/10/05/verstehende-naturwissenschaft-wilhelm-reich/natur-mensch</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 13:55:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
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		<description><![CDATA[„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“[1] Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten aufgegeben werden. Eine einfache Regel, aber schwer umzusetzen. Spezialisten müssten ihre Sicherheit aufgeben und sich neu orientieren. Maik Hosang beschreibt  in seinem Text „Natur-Kultur-Mensch“[2] wie schwer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/Verstehende-Naturwissenschaft-Wilhelm-Reich.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<blockquote><p>„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten aufgegeben werden. Eine einfache Regel, aber schwer umzusetzen. Spezialisten müssten ihre Sicherheit aufgeben und sich neu orientieren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1173" title="Neues erkennen - verstehende Naturwissenschaft" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/Neues-erkennen-1.jpg" alt="Neues erkennen - verstehende Naturwissenschaft" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Maik Hosang beschreibt  in seinem Text „Natur-Kultur-Mensch“<a href="#_ftn2">[2]</a> wie schwer<span id="more-1148"></span> sich selbst Projekte damit tun, die in der sozial-ökologischen Forschung arbeiten.</p>
<p style="text-align: left;">Umso mehr erstaunt die Leichtigkeit, mit der Wilhelm Reich Disziplingrenzen überschritt und z.B. durch Integration somatischer und psychologischer Forschung, die Grundlage der heutigen körperorientierten Psychotherapie legte.</p>
<p>Zwei Gründe sollen hierzu genannt werden:</p>
<h2>Wilhelm Reich nahm sich sehr ernst</h2>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/WIlhelm-Reich.jpg"><img class="size-full wp-image-1165 alignleft" title="Wilhelm Reich" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/WIlhelm-Reich.jpg" alt="" width="170" height="250" /></a>In seiner Arbeit als Psychoanalytiker war klar, dass die eigenen Emotionen ein zentraler Beitrag im gemeinsamen Forschungsprozess mit dem Klienten sind. Die eigene Wahrnehmung wird fortlaufend reflektiert.</p>
<p>Diese wissenschaftliche Haltung behielt er z.B. auch bei der Erforschung der Amöben bei. Zwar ging es nicht um die Psyche, so doch um eine forschende Beziehung zwischen Lebewesen. Auch hier galt es die Wahrnehmung und mit ihnen die Emotionen zu reflektieren. Erst über die Kenntnis der eigenen Ausdrucksfähigkeit, kann der wahrgenommene Ausdruck der Amöbe interpretiert werden. Die Qualität der eigenen Struktur ist ausschlaggebend für die Kontaktfähigkeit zum Objekt und somit zur Erkenntnis.</p>
<p>Nicht die Eliminierung der Subjektivität zugunsten der disziplinären Ordnung, sondern die explizite Nutzung derselben ist das wissenschaftliche Credo. Forschen heißt, die eigenen Wahrnehmungen bzw. das Empfinden ernst zu nehmen und reflektiert einzusetzen. Der Forscher ist das zentrale Werkzeug des Forschungsprozesses.</p>
<h2>Wilhelm Reich nahm den Forschungsgegenstand sehr ernst</h2>
<p>Neben der eigenen Struktur ist die Zugangsmöglichkeit zum Forschungsobjekt zentral für die Forschungsbeziehung. Es geht darum, diesem in einem möglichst unverstellten Kontakt gerecht zu werden.</p>
<p>Dies wendet sich auch gegen Vereinnahmungen durch die Wissenschaftsdisziplinen. Übliche Verfahren, wie z.B. das Abtöten vor dem mikroskopieren wurden von Reich abgelehnt. Er wollte einen Zugang zum Lebewesen Amöbe haben und musste Methoden entwickeln, diese auch lebendig zu erforschen.</p>
<p>Diese Konzentration auf die Zugangsmöglichkeiten zum Objekt führt auch zu anderen Einteilungen der Forschung. Eine disziplinorientierte Trennung zwischen somatischen und sozialen Prozessen bzw. Natur- und Sozialwissenschaften erscheint hier fragwürdig. Beides sind lebendige Ausdrucksformen und bieten somit einen ähnlichen Zugang. Wichtiger ist die Unterscheidung zwischen Leben und Nichtleben.</p>
<h2>Verstehende Naturwissenschaft</h2>
<ul>
<li>Wilhelm Reich verstand sich als <em>Naturwissenschaftler</em>.</li>
<li>Aber wie ein <em>verstehender Sozialwissenschaftler</em> suchte er den Zugang zum Gegenüber.</li>
<li>Und weit über diese hinausgehend reflektierte er die Struktur des Forschers als zentrales Werkzeug.</li>
</ul>
<p>Diese verstehende Naturwissenschaft war sehr produktiv.</p>
<p>Das Wagnis, die eigene Subjektivität ernst zu nehmen und sich an den Objekten zu orientieren, führt vielleicht zu neuem Wissen, aber eben auch zur Herauslösung aus disziplinären Orientierungen. Reichs Forschungen stehen bis heute außerhalb der anerkannten Wissenschaft.</p>
<p>Von daher wundert es nicht, dass es so schwer ist, die Aufforderung des BMBF zur Generierung von neuem Wissen zu folgen.</p>
<hr size="1" />
<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): <a href="http://www.isoe.de/ftp/rahmenkonzept.pdf " target="_blank">Rahmenkonzept Sozial-ökologische Forschung</a>. Bonn. .Juni 2000. S12. http://www.isoe.de/ftp/rahmenkonzept.pdf</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Maik Hosang :<a href="http://www.homo-integralis.de/Institute/ifis/abschlussbericht.pdf"> Natur-Kultur-Mensch. Theorieansätze in der sozial-ökologischen Forschung</a>. Stand, Probleme und Empfehlungen http://www.homo-integralis.de/Institute/ifis/abschlussbericht.pdf</p>
<p>Vgl. auch</p>
<p>Wilhelm Reich: <a href="http://www.amazon.de/%C3%84ther-Gott-Teufel-Wilhelm-Reich/dp/3923301456/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1286286444&amp;sr=8-1">Äther, Gott und Teufel. </a>(Original 1949) Frankfurt/M 1987</p>
<p>Wilhelm Reich: Orgonomic Functionalism. in Orgone Energy Bulletin. New York 1950 Bd.2</p>
<p>Ingo Diedrich: <a href="http://www.leutner-verlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Naturnah forschen</a>. Wilhelm reichs Methode des lebendigen Erkennens. Berlin 2000</p>
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		<title>Kontrolltheorie (Travis Hirschi)</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/08/15/kontrolltheorie-travis-hirschi/gewalt</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 15:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Abweichung]]></category>
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		<category><![CDATA[Travis Hirschi]]></category>

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		<description><![CDATA[Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1) Criminologia, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der Kontrolltheorie widerspricht. Was ist die Kontrolltheorie? Die Kriminologie beschäftigt sich mit Abweichung insbesondere von rechtlichen Normen. Eine der bekanntesten Theorien dazu ist die „Soziale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Kontrolltheorie-nach-Travis-Hirschi-GewaltReligion.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1)<a href="http://criminologia.de/" target="_blank"> Criminologia</a>, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der Kontrolltheorie widerspricht.</p>
<h2><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1090" title="Kontrolltheorie Travis Hirschi Ziegen" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Kontrolltheorie-Ziegen.jpg" alt="Kontrolltheorie Travis Hirschi Ziegen" width="500" height="333" /></a>Was ist die Kontrolltheorie?</h2>
<p>Die Kriminologie beschäftigt sich mit Abweichung insbesondere von rechtlichen Normen. Eine der bekanntesten Theorien dazu ist die „Soziale Kontrolltheorie“ nach Travis Hirschi. Kontrolltheoretiker fragen nicht: was<span id="more-1083"></span> führt zur Abweichung, sondern was verhindert sie?</p>
<p>Die Antwort ist einfach: Die Anbindung an gegebene gesellschaftliche Strukturen führt zu einer Ausrichtung an deren Vorgaben. Das folgende Bild bringt diese Perspektive auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Das „Schaf auf der ungezäunten Wiese braucht einen Pflock mit einem Strick um den Hals, an dem es angepflockt ist, damit es seinen Aktionskreis nicht verlässt.“</p>
<p>„So wie das Schaf an der Leine schlafen, essen, brüllen, die Sonne genießen, ja sogar versuchen kann, mit gekreuzten Vorderbeinen zu laufen, so müssen die jungen Leute lernen, dass das Leben gebunden an Konformität vielseitig, erfreulich, belohnend und interessant, ausfüllend sein kann.“(3)</p></blockquote>
<p>Dies ist das in der Kontrolltheorie vorherrschende Menschenbild. Ein Pflock ist z.B. die Familie und die Religion. Für Hirschi bauen diese Elemente aufeinander auf und leiten sich letztlich aus der Natur ab. Demzufolge hält er sich auch nicht mit Gedanken über Leitkulturen auf, sondern geht gleich von einem Konsens innerhalb der Gesellschaft aus.</p>
<h2>Stabile Abweichung</h2>
<p>Die Integration des „asozialen Individuums“ in diese Gesellschaft muss bis ungefähr zum 7. Lebensjahr gelingen. Anschließend sei der Charakter stabil und die Person würde sich immer abweichend bzw. kriminell verhalten.</p>
<blockquote><p>„Wenn jammernde und drängelnde Kinder die Erwachsenen werden, die durch Raub und Vergewaltigung auffallen, dann muss Jammern und Drängeln das theoretische Äquivalent zum Raub und Vergewaltigung sein.“(4)</p></blockquote>
<p>Untersuchungen zur Kriminalitätskarriere sind aus dieser Perspektive genau wie eine differenzierte Betrachtung der sozialen Welten und Interaktionen überflüssig.</p>
<h2>Gewalt und Religion</h2>
<p>Das KFN stellt nun u.a. fest, dass „Migranten ohne Konfessionszugehörigkeit in jeder Hinsicht am besten integriert“ seien. Sie differenzieren verschiedene Formen von Religiosität und schreiben noch ganz im Sinne von Hirschi, dass: „Je stärker Jugendliche in ihrem Glauben verankert sind, umso seltener begehen sie einen Ladendiebstahl oder haben Alkoholprobleme.“</p>
<p>Aber: „Für junge Muslime geht […] die zunehmende Bindung an ihre Religion mit einem Anstieg der Gewalt einher.“(1, Zusammenfassung)</p>
<p>So eine differenzierte Diskussion über den Bezug der Religion zum abweichenden Verhalten ist für eine wissenschaftliche Institution selbstverständlich. Umso vielsagender ist es, wenn diese Aussagen als „kleinere Sensation“ gewertet werden, weil sie nun einmal Grundannahmen der Kontrolltheorie widersprechen.</p>
<h2>Mitgeschleppter Klassiker</h2>
<p>Die Kontrolltheorie ist über vierzig Jahre alt und wurde vor ca. zwanzig Jahren von Hirschi aktualisiert und verschärft.  Noch in den 90er Jahren war dieser Ansatz unter deutschen Kriminologen die bedeutendste Theorie!!(5)</p>
<p>Auch heute noch gilt er als „Klassiker“, der nicht mehr gelesen und diskutiert, aber immer noch hoch geschätzt und mitgeschleppt wird.</p>
<p>Eine ausführliche Beschreibung und Diskussion der Sozialen Kontrolltheorie nach Travis Hirschi findet sich in dem Text „<a title="Aus-einander-setzung mit Gewalt" href="http://www.orgonomische-sozialforschung.de/download/AmG.pdf" target="_blank">Aus-einander-setzung mit Gewalt</a>“ in Kapitel 3.3.</p>
<hr size="1" />
<p>(1) Baier, D., Pfeiffer, C. &amp; Rabold, S.: <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fob109.pdf" target="_blank">Kinder und Jugendliche in Deutschland</a>: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum : Zweiter Bericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN. Hannover 2010; <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/religionintegration.pdf" target="_blank">Zusammenfassung</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(2) Christian Wickert: <a href="http://criminologia.de/2010/06/kfn-legt-zweiten-forschungsbericht-zur-jugengewalt-integration-religiositaet-vo/" target="_blank">KFN legt zweiten Forschungsbericht zur Jugengewalt, Integration und Religiosität vor</a>, 16.6.2010 in Criminologia</p>
<p>(3) Friday, Paul C./ Kirchhoff, Gerd Ferdinand: Social Control-Theory. In: Schwind, Hans – Dieter/ Kube, Edwin/ Kühne, Hans-Heiner (Hrsg.): Festschrift für Hans Joachim Schneider zum 70. Geburtstag am 14. November 1998, Berlin 1998, S.77-104, S.83</p>
<p>(4) Hirschi, Travis/ Gottfredson, Michael R.: Substantive Positivism and the idea of crime. In: Hirschi, Travis/Gottfredson, Michael R. The generality of deviance. New   Brunswick,  New Jersey 1994, S.253- 270. „If children who offend by whining and pushing and shoving are the  adults who offend by robbing and raping, it must be that whining and  pushing and shoving are the theoretical equivalents of robbery and  rape.“</p>
<p>(5) Niggli, Marcel Alexander: Kriminologische Theorien und ihre Bedeutung für Kriminologen in Deutschland, der Schweiz und den USA – Ein empirischer Vergleich. In: Monatszeitschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 5/1992, S.261-277. S.267</p>
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		<title>Warum lebendige Wissenschaft?</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 15:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mechanisten]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir leben in einer sehr privilegierten Situation. Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren. All das basiert auch auf einer Wissenschaft, die vor ca. 300 Jahren ihren Siegeszug begann und sich am Leitbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Warum-lebendinge-Wissenschaft.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Wir leben in einer sehr privilegierten Situation.</p>
<p>Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren.</p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1054" title="Saxophon" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Saxophon.jpg" alt="Saxophon" width="500" height="333" /></a>All das basiert auch auf einer Wissenschaft, die vor ca. 300 Jahren ihren Siegeszug begann und sich am Leitbild der damaligen Physik orientiert. Im Kern wird versucht, die<span id="more-1051"></span> Erscheinungen der Welt in möglichst lineare kausale Abhängigkeiten zu übersetzen.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Art sich mit der Welt auseinander zu setzen, hat zu einer Explosion von Kreativität geführt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde Wissen gesammelt, wie in tausenden Jahren vorher nicht. Der Nutzen, den wir aus dieser Wissenschaft ziehen, ist kaum zu überschätzen.</p>
<p>Eine Verlockung wird dabei meist übersehen: diese Art der Weltaneignung schafft Ruhe. Sobald die Uneindeutigkeiten in Kausalketten übersetzt sind, können beherrschbare Faktoren definiert werde. Deutlich wird dies an Maschinen. Sie haben teilweise ungeheure Kräfte und können doch von uns reguliert werden. Oder der Computer: letztlich kann alles in 1 und 0 übersetzt werden.</p>
<p>Alles scheint geordnet werden zu können. Ordnung schafft Übersicht, Sicherheit und somit Ruhe.</p>
<p>Die Ordnung des unwägbaren Restes scheint eine Frage der Zeit. Wie Zygmunt Bauman(1) zeigte, ist dies ein Grundirrtum der Moderne.</p>
<h2>Grenzen</h2>
<p>Das herrschende Wissenschaftsverständnis bedarf dringend einer Ergänzung. Wir benötigen eine Perspektive des Zugangs und nicht der Ordnung.</p>
<p>Zwei Gründe:</p>
<ul>
<li>Intern stößt dies Denken immer deutlicher an seine Grenzen. Linearität wird durch Vernetzung ersetzt und die Kausalität wird immer häufiger in Frage gestellt. Die so entstehenden Modelle entsprechen weder den eigenen Idealen, noch sind sie gut handhabbar.</li>
<li> Zentrale Fragen unseres Lebens wie z.B. Kontakt, Gesundheit, Zuversicht, Intensität und Liebe können so nicht sinnvoll bearbeitet werden; Maschinen haben das nicht.</li>
</ul>
<p>Im Unterschied zu den Maschinen sind wir lebendige Wesen und Disziplinen wie Biologie und Lebenswissenschaften müssen sich endlich als solche ernst nehmen. Das Leben als kybernetische Maschine zu betrachten führt allenfalls zum Verständnis einer „Biomaschine“(2), aber nicht zum Verständnis lebendiger Prozesse.</p>
<h2><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1056" title="Frosch-Kopf" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Frosch-Kopf.jpg" alt="Kopf mit Frosch" width="500" height="333" /></a>Lebensforschung</h2>
<p>Um dem „Forschungsgegenstand“ Leben gerecht zu werden, muss es in seinen Eigenheiten auch die Forschung selbst bestimmen. Das Leben ist weder linear noch kausal. Leben pulsiert, ist immer in Bewegung, lässt keine „Nullpunkte“ zu und tritt als Lebewesen in Kontakt.</p>
<p>Lebensforschung berührt und schafft weder Sicherheit noch Ruhe. Mit ihr bekommen wir das Leben nicht in den Griff. Die Forschungsperson ist kein auszuschließendes Artefakt, sondern das wichtigste Werkzeug. Nur ein Lebewesen kann einen lebendigen Ausdruck tatsächlich wahrnehmen. Alles andere ist nur ein Abklatsch des Ausdrucks.</p>
<p>Lebensforschung ist kein einfacher Weg, sondern erfordert insbesondere vom Wissenschaftspersonal ganz neue Kompetenzen: (Selbst-)Wahrnehmungsfähigkeit, Hingabe an den Gegenstand usw.</p>
<h2>Warum lebendige Wissenschaft?</h2>
<p><strong>Weil wir es uns nicht mehr leisten können, dem Leben aus dem Weg zu gehen oder es der Esoterik zu überlassen.</strong></p>
<p>Technik und ein mechanistisches Weltbild haben durchaus einen wichtigen Platz, aber bei zentralen Fragen unseres Lebens führen sie in eine kaum zu übersehende Sackgasse.</p>
<p>Wir benötigen den kreativen Schub, zu dem Wissenschaft in der Lage ist. Wissenschaft kann viel mehr sein.</p>
<p>Literatur zum Thema z.B. <a title="Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel" href="http://www.amazon.de/%C3%84ther-Gott-Teufel-Wilhelm-Reich/dp/B002LD3QRI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1281452133&amp;sr=8-1" target="_blank">Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel</a>. Frankfurt/M. 1983; <a title="Ingo Diedrich: Naturnah forschen" href="http://www.leutner-verlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Ingo Diedrich: Naturnah forschen</a>. Berlin. 2000</p>
<hr size="1" />(1) Bauman, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Frankfurt/M 1996</p>
<p>(2) Robert F. Schmidt: Biomaschine Mensch. München 1979</p>
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