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	<description>Lebendige Wissenschaft. Leben als Merkmal, als Gutekriterium und als bodenlose Schwarmerei. Studien u.a. zur Vitalitat und Jugendgewalt, erganzt durch Themen der Soziologie, Biologie und Padagogik werden mit Bezug auf Wilhelm Reich diskutiert.</description>
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<itunes:subtitle>Lebendige Wissenschaft. Leben als Merkmal, als Gütekriterium und als bodenlose Schwärmerei. Studien u.a. zur Vitalität und Jugendgewalt, ergänzt durch Themen der Soziologie, Biologie und Pädagogik werden mit Bezug auf Wilhelm Reich diskutiert.</itunes:subtitle>
	<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
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		<title>Öko und Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 22:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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		<description><![CDATA[Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos. Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich? Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Lebensweise? Und vor allem: sind die glücklich? Und umgekehrt:  unglückliche Menschen können durch einen exzessiven Konsumstil auffallen – oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/ID-Podcast-Oeko-und-Glueck.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos.<br />
Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich?</p>
<p>Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Lebensweise? Und vor allem: sind die glücklich?</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><br />
</a><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1271" title="Hase_auf_der_Flucht" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Hase_auf_der_Flucht.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>Und umgekehrt:  unglückliche Menschen können durch einen exzessiven Konsumstil auffallen – oder auch nicht. Aber wie nutzen glückliche Menschen ihre Umwelt?</p>
<p>Maik Hosang will die Nachhaltigkeitsforschung mit der Glücksforschung verbinden<a href="#_ftn1">[1]</a>. Aber wenn man<span id="more-1180"></span> zwei so fremde Bereiche wie Glück (eher Emotion, nach innen weisend) und Nachhaltigkeit (eher Handlung, nach außen weisend) direkt in Beziehung setzt, wird es kompliziert. Das Wort Wechselwirkung kaschiert nur, dass man sich im Henne und Ei Paradox verfängt.</p>
<p>Hosang schlägt daher vor, eine weitere Dimension mit einzubeziehen: In Anlehnung an Bahro bezieht er beide Bereiche auf eine „Tiefenstruktur“, die durch „Grundemotionen“ geprägt ist.</p>
<p>Neben dieser vielversprechenden Perspektive möchte ich in Anlehnung an Wilhelm Reich eine weitere Perspektive skizzieren: Der <em>glückliche Organismus</em> wird über die  zugrunde liegende Lebensfunktion (Pulsation) mit der <em>nachhaltigen Ökologie</em> in Beziehung gesetzt. Nicht Kausalitäten, sondern Analogien, Identitäten und funktionalistische Zusammenhänge werden hier aufgegriffen. [2]
<h2>Glücklicher Organismus</h2>
<p>Die verschiedenen Aspekte eines Organismus wie der Körper, die Psyche und der Verstand lassen sich auf die Funktion der Pulsation zurückführen <a href="#_ftn2">[3]</a>. Die kontrahierende und expandierende Bewegung der Atmung ist dafür ein gutes Beispiel. Aber auch die Pole Angst (Kontraktion) und Lust (Expansion) deuten an, was gemeint ist.</p>
<p>Die Qualität der zugrundeliegenden Pulsation drückt sich auf den verschiedenen Ebenen entsprechend aus. Wenn sie z.B. auf der expansiven Seite gehemmt ist<a href="#_ftn3"> [4]</a>, zeigt sich das in einer zurückhaltenden Atmung bzw. Lust. Die Zurückhaltung geht einher mit entsprechenden Widersprüchen, Abspaltungen und Blockaden im Organismus. Dies kann z.B. als Charakterstruktur beschrieben werden<a href="#_ftn4">. [5]</a></p>
<p>In Momenten weitgehend ungestörter Pulsation ist der Organismus integriert und agiert als Einheit. Es ist eine Situation des Kontaktes. Der emotionale und körperliche Ausdruck ist nicht gehemmt und aufgrund der Selbstwahrnehmung erleben wir uns als  glücklich.</p>
<p>Pulsation und Glück kann man nicht machen, sondern nur zulassen.</p>
<p>Versuche z.B. durch joggen oder meditieren Glück <em>herzustellen</em>, sind Ausdruck der Zurückhaltung und nicht deren Überwindung <a href="#_ftn5">[6]</a>. So wird allenfalls eine Angleichung an ein Bild von Glück erreicht.</p>
<h2>Nachhaltige Ökologie?</h2>
<p>Auch die wichtigsten Ebenen der Ökologie können wir  als Variation der Pulsation verstehen. Entsprechend der Atmung und der Psyche kommt auch hier die Qualität der z<img class="alignleft size-full wp-image-1203" title="Pulsation" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Pulsation.gif" alt="Pulsation (Lebensfunktion)" width="200" height="300" />ugrunde liegenden Pulsation zum Ausdruck: <a href="#_ftn6">[7]</a> Widersprüche, Abspaltungen, Blockaden usw. Wenn die eigenen Fäkalien nur noch als Abfall angenommen bzw. entsorgt werden oder Lebensmittel für die Halde produziert werden, ist dies ein Merkmal dafür.</p>
<p>Wie auch beim Organismus gilt: Pulsation bzw. eine <em>richtige</em> Ökologie kann man nicht machen.</p>
<p>Nachhaltigkeitsdiskussionen, die eine ökologische Gesellschaft <em>herstellen</em> wollen, entsprechen meist der Fragestellung, ob joggen oder meditieren besser ist. Sie sind vielleicht politisch sinnvoll, führen aber nicht zu dem Zustand, der im Organismus als Glück erlebt wird. Solange mir die Ausdrucksbewegungen meiner Umwelt fremd sind, kann ich mich anstrengen wie ich will, ich werde als Fremdkörper agieren und das Ökosystem nachhaltig stören.</p>
<p>Solange versucht wird, die Ökologie in den Griff zu kriegen, ist dies Ausdruck der <em>Zurückhaltung</em>. Dies gilt unabhängig von der Qualität des anvisierten Maßstabs.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1195" title="Futterfisch" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/11/Futterfisch.jpg" alt="Futterfisch" width="500" height="333" /></a>Ein nachhaltiger Ökodiskurs zeichnet sich dadurch aus, dass Wege gefunden werden, den Kontakt <em>zuzulassen</em>,  die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten für sich als gültig anzunehmen. Alles was dazu führt, sich als ein eingebundenes Wesen anzunehmen stärkt Kontakt und integriert die ökologischen Einheiten.</p>
<h2>Zulassen der Pulsation</h2>
<p>Die schwäbische Sparsamkeit ist Ausdruck einer protestantischen Moral <a href="#_ftn7">[8]</a> und nicht einer integrierten ökologischen Einheit. Es ist ein Versuch, das Leben durch gottgenehme Askese in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Dem alternativen Milieu ist der strenge Gott verlustig gegangen. Stattdessen orientieren sie sich starr an Biozertifikaten und lassen gleichzeitig zweimal im Jahr im Flug in die weite Welt die ökologische Sau raus. Und Glück ist für sie ein großes Rätsel.</p>
<p>Beide Orientierungsmodi haben eins gemeinsam: das starke Misstrauen gegenüber der eigenen biologischen Konstitution bzw. dem pulsierenden Leben.</p>
<p>Für uns als Krönung der Schöpfung  ist es sehr schwer, unser verwurzelt sein im Pulsieren einfach anzunehmen <a href="#_ftn8">[9]</a>. In diesem Punkt ist uns jede Amöbe haushoch überlegen.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> Maik Hosang: <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2007/00000016/00000003/art00008" target="_blank">Tiefenkulturelle Widerstände und Chancen: Warum braucht Nachhaltigkeit Gefühls- und Glücksforschung?</a> In: Gaia 3. 2007. S.  181-186. <a title="Tiefenkulturelle Widerstände und Chancen" href="http://www.integralrecreation.com/GAIA3_2007_181_186_Hosang.pdf" target="_blank"></a> (<a href="http://www.oekom.de/gaia" target="_blank">www.oekom.de/gaia</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vgl. Ingo Diedrich: <a title="Naturnah forschen" href="http://www.ulverlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Naturnah forschen. Wilhelm Reichs Methode des lebendigen Erkennens</a>. Berlin 2000</p>
<p><a href="#_ftnref2">[3]</a> Vgl. z.B.: Wilhelm Reich: Die Entdeckung des Orgons Bd.1. Die Funktion des Orgasmus (1942), Köln 1987. S. 200ff</p>
<p><a href="#_ftnref3">[4]</a> Visualisierte Einführung in die Bremsung: <a title="Die Bremsung" href="http://orgonomische-sozialforschung.de/Jugend_Gewalt_Bremsung.htm" target="_blank">http://orgonomische-sozialforschung.de/Jugend_Gewalt_Bremsung.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref4">[5]</a> Wilhelm Reich: Charakteranalyse (veränderte 3.Aufl.1949), Frankfurt/M 1981</p>
<p><a href="#_ftnref5">[6]</a> Vgl Begriff der „moralischen Regulierung“ in Wilhelm Reich: Die sexuelle Revolution (1936), Frankfurt/M 1985. S. 27 ff. vgl. ausführliche Darstellung des Dreischichtenmodells in Ingo Diedrich: Aus-einander-setzung mit Gewalt. S.297ff. <a title="Aus-einander-setzung mit Gewalt" href="http://elib.suub.uni-bremen.de/publications/dissertations/E-Diss975_diedrich_i.pdf" target="_blank">http://elib.suub.uni-bremen.de/publications/dissertations/E-Diss975_diedrich_i.pdf</a></p>
<p><a href="#_ftnref6">[7]</a> Vgl. z.B. zur Wüstenbildung bzw. Erstarrung der Atmosphäre Wilhelm Reich: Orop Wüste. Zweitausendeins (1997)</p>
<p><a href="#_ftnref7">[8]</a> Vgl. Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Köln 2009. S 81ff</p>
<p><a href="#_ftnref8">[9]</a> Vgl Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus. (1.Aufl 1933, 3.erweiterte Auflage 1942), Köln 1986. S.295ff</p>
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Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos.
Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich?
Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Lebensweise? Und vor allem: sind die glücklich?

Und umgekehrt:  unglückliche Menschen können durch einen exzessiven Konsumstil auffallen – oder auch nicht. Aber wie nutzen glückliche Menschen ihre Umwelt?
Maik Hosang will die Nachhaltigkeitsforschung mit der Glücksforschung verbinden[1]. Aber wenn man zwei so fremde Bereiche wie Glück (eher Emotion, nach innen weisend) und Nachhaltigkeit (eher Handlung, nach außen weisend) direkt in Beziehung setzt, wird es kompliziert. Das Wort Wechselwirkung kaschiert nur, dass man sich im Henne und Ei Paradox verfängt.
Hosang schlägt daher vor, eine weitere Dimension mit einzubeziehen: In Anlehnung an Bahro bezieht er beide Bereiche auf eine „Tiefenstruktur“, die durch „Grundemotionen“ geprägt ist.
Neben dieser vielversprechenden Perspektive möchte ich in Anlehnung an Wilhelm Reich eine weitere Perspektive skizzieren: Der glückliche Organismus wird über die  zugrunde liegende Lebensfunktion (Pulsation) mit der nachhaltigen Ökologie in Beziehung gesetzt. Nicht Kausalitäten, sondern Analogien, Identitäten und funktionalistische Zusammenhänge werden hier aufgegriffen. [2]
Glücklicher Organismus
Die verschiedenen Aspekte eines Organismus wie der Körper, die Psyche und der Verstand lassen sich auf die Funktion der Pulsation zurückführen [3]. Die kontrahierende und expandierende Bewegung der Atmung ist dafür ein gutes Beispiel. Aber auch die Pole Angst (Kontraktion) und Lust (Expansion) deuten an, was gemeint ist.
Die Qualität der zugrundeliegenden Pulsation drückt sich auf den verschiedenen Ebenen entsprechend aus. Wenn sie z.B. auf der expansiven Seite gehemmt ist [4], zeigt sich das in einer zurückhaltenden Atmung bzw. Lust. Die Zurückhaltung geht einher mit entsprechenden Widersprüchen, Abspaltungen und Blockaden im Organismus. Dies kann z.B. als Charakterstruktur beschrieben werden. [5]
In Momenten weitgehend ungestörter Pulsation ist der Organismus integriert und agiert als Einheit. Es ist eine Situation des Kontaktes. Der emotionale und körperliche Ausdruck ist nicht gehemmt und aufgrund der Selbstwahrnehmung erleben wir uns als  glücklich.
Pulsation und Glück kann man nicht machen, sondern nur zulassen.
Versuche z.B. durch joggen oder meditieren Glück herzustellen, sind Ausdruck der Zurückhaltung und nicht deren Überwindung [6]. So wird allenfalls eine Angleichung an ein Bild von Glück erreicht.
Nachhaltige Ökologie?
Auch die wichtigsten Ebenen der Ökologie können wir  als Variation der Pulsation verstehen. Entsprechend der Atmung und der Psyche kommt auch hier die Qualität der zugrunde liegenden Pulsation zum Ausdruck: [7] Widersprüche, Abspaltungen, Blockaden usw. Wenn die eigenen Fäkalien nur noch als Abfall angenommen bzw. entsorgt werden oder Lebensmittel für die Halde produziert werden, ist dies ein Merkmal dafür.
Wie auch beim Organismus gilt: Pulsation bzw. eine richtige Ökologie kann man nicht machen.
Nachhaltigkeitsdiskussionen, die eine ökologische Gesellschaft herstellen wollen, entsprechen meist der Fragestellung, ob joggen oder meditieren besser ist. Sie sind vielleicht politisch sinnvoll, führen aber nicht zu dem Zustand, der im Organismus als Glück erlebt wird. Solange mir die Ausdrucksbewegungen meiner Umwelt fremd sind, kann ich mich anstrengen wie ich will, ich werde als Fremdkörper agieren und das Ökosystem nachhaltig stören.
Solange versucht wird, die Ökologie in den Griff zu kriegen, ist dies Ausdruck der Zurückhaltung. Dies gilt unabhängig von der Qualität des anvisierten Maßstabs.
Ein nachhaltiger Ökodiskurs zeichnet sich dadurch aus, dass Wege gefunden werden, den Kontakt zuzulassen,  die zugrunde liegenden [...]</itunes:summary>
<itunes:subtitle>Bekannte  aus Tübingen meinen ja: Die Schwaben seien die wahren Ökos. Aber macht schwäbische Sparsamkeit auch glücklich? Die meisten Ökos verorten sich eher im alternativen Milieu. Aber führt der dort anzutreffende Hedonismus tatsächlich zu [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Okologie, Nachhaltigkeit, Gluck, Wilhelm Reich, Pulsation, Lebensfunktion</itunes:keywords>
	</item>
		<item>
		<title>Verstehende Naturwissenschaft (Wilhelm Reich)</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/10/05/verstehende-naturwissenschaft-wilhelm-reich/natur-mensch</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 13:55:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“[1] Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten aufgegeben werden. Eine einfache Regel, aber schwer umzusetzen. Spezialisten müssten ihre Sicherheit aufgeben und sich neu orientieren. Maik Hosang beschreibt  in seinem Text „Natur-Kultur-Mensch“[2] wie schwer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/Verstehende-Naturwissenschaft-Wilhelm-Reich.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<blockquote><p>„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten aufgegeben werden. Eine einfache Regel, aber schwer umzusetzen. Spezialisten müssten ihre Sicherheit aufgeben und sich neu orientieren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1173" title="Neues erkennen" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/Neues-erkennen-1.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Maik Hosang beschreibt  in seinem Text „Natur-Kultur-Mensch“<a href="#_ftn2">[2]</a> wie schwer<span id="more-1148"></span> sich selbst Projekte damit tun, die in der sozial-ökologischen Forschung arbeiten.</p>
<p style="text-align: left;">Umso mehr erstaunt die Leichtigkeit, mit der Wilhelm Reich Disziplingrenzen überschritt und z.B. durch Integration somatischer und psychologischer Forschung, die Grundlage der heutigen körperorientierten Psychotherapie legte.</p>
<p>Zwei Gründe sollen hierzu genannt werden:</p>
<h2>Wilhelm Reich nahm sich sehr ernst</h2>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/WIlhelm-Reich.jpg"><img class="size-full wp-image-1165 alignleft" title="Wilhelm Reich" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/10/WIlhelm-Reich.jpg" alt="" width="170" height="250" /></a>In seiner Arbeit als Psychoanalytiker war klar, dass die eigenen Emotionen ein zentraler Beitrag im gemeinsamen Forschungsprozess mit dem Klienten sind. Die eigene Wahrnehmung wird fortlaufend reflektiert.</p>
<p>Diese wissenschaftliche Haltung behielt er z.B. auch bei der Erforschung der Amöben bei. Zwar ging es nicht um die Psyche, so doch um eine forschende Beziehung zwischen Lebewesen. Auch hier galt es die Wahrnehmung und mit ihnen die Emotionen zu reflektieren. Erst über die Kenntnis der eigenen Ausdrucksfähigkeit, kann der wahrgenommene Ausdruck der Amöbe interpretiert werden. Die Qualität der eigenen Struktur ist ausschlaggebend für die Kontaktfähigkeit zum Objekt und somit zur Erkenntnis.</p>
<p>Nicht die Eliminierung der Subjektivität zugunsten der disziplinären Ordnung, sondern die explizite Nutzung derselben ist das wissenschaftliche Credo. Forschen heißt, die eigenen Wahrnehmungen bzw. das Empfinden ernst zu nehmen und reflektiert einzusetzen. Der Forscher ist das zentrale Werkzeug des Forschungsprozesses.</p>
<h2>Wilhelm Reich nahm den Forschungsgegenstand sehr ernst</h2>
<p>Neben der eigenen Struktur ist die Zugangsmöglichkeit zum Forschungsobjekt zentral für die Forschungsbeziehung. Es geht darum, diesem in einem möglichst unverstellten Kontakt gerecht zu werden.</p>
<p>Dies wendet sich auch gegen Vereinnahmungen durch die Wissenschaftsdisziplinen. Übliche Verfahren, wie z.B. das Abtöten vor dem mikroskopieren wurden von Reich abgelehnt. Er wollte einen Zugang zum Lebewesen Amöbe haben und musste Methoden entwickeln, diese auch lebendig zu erforschen.</p>
<p>Diese Konzentration auf die Zugangsmöglichkeiten zum Objekt führt auch zu anderen Einteilungen der Forschung. Eine disziplinorientierte Trennung zwischen somatischen und sozialen Prozessen bzw. Natur- und Sozialwissenschaften erscheint hier fragwürdig. Beides sind lebendige Ausdrucksformen und bieten somit einen ähnlichen Zugang. Wichtiger ist die Unterscheidung zwischen Leben und Nichtleben.</p>
<h2>Verstehende Naturwissenschaft</h2>
<ul>
<li>Wilhelm Reich verstand sich als <em>Naturwissenschaftler</em>.</li>
<li>Aber wie ein <em>verstehender Sozialwissenschaftler</em> suchte er den Zugang zum Gegenüber.</li>
<li>Und weit über diese hinausgehend reflektierte er die Struktur des Forschers als zentrales Werkzeug.</li>
</ul>
<p>Diese verstehende Naturwissenschaft war sehr produktiv.</p>
<p>Das Wagnis, die eigene Subjektivität ernst zu nehmen und sich an den Objekten zu orientieren, führt vielleicht zu neuem Wissen, aber eben auch zur Herauslösung aus disziplinären Orientierungen. Reichs Forschungen stehen bis heute außerhalb der anerkannten Wissenschaft.</p>
<p>Von daher wundert es nicht, dass es so schwer ist, die Aufforderung des BMBF zur Generierung von neuem Wissen zu folgen.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): <a href="http://www.isoe.de/ftp/rahmenkonzept.pdf " target="_blank">Rahmenkonzept Sozial-ökologische Forschung</a>. Bonn. .Juni 2000. S12. http://www.isoe.de/ftp/rahmenkonzept.pdf</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Maik Hosang :<a href="http://www.homo-integralis.de/Institute/ifis/abschlussbericht.pdf"> Natur-Kultur-Mensch. Theorieansätze in der sozial-ökologischen Forschung</a>. Stand, Probleme und Empfehlungen http://www.homo-integralis.de/Institute/ifis/abschlussbericht.pdf</p>
<p>Vgl. auch</p>
<p>Wilhelm Reich: <a href="http://www.amazon.de/%C3%84ther-Gott-Teufel-Wilhelm-Reich/dp/3923301456/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1286286444&amp;sr=8-1">Äther, Gott und Teufel. </a>(Original 1949) Frankfurt/M 1987</p>
<p>Wilhelm Reich: Orgonomic Functionalism. in Orgone Energy Bulletin. New York 1950 Bd.2</p>
<p>Ingo Diedrich: <a href="http://www.leutner-verlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Naturnah forschen</a>. Wilhelm reichs Methode des lebendigen Erkennens. Berlin 2000</p>
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„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“[1]
Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten aufgegeben werden. Eine einfache Regel, aber schwer umzusetzen. Spezialisten müssten ihre Sicherheit aufgeben und sich neu orientieren.

Maik Hosang beschreibt  in seinem Text „Natur-Kultur-Mensch“[2] wie schwer sich selbst Projekte damit tun, die in der sozial-ökologischen Forschung arbeiten.
Umso mehr erstaunt die Leichtigkeit, mit der Wilhelm Reich Disziplingrenzen überschritt und z.B. durch Integration somatischer und psychologischer Forschung, die Grundlage der heutigen körperorientierten Psychotherapie legte.
Zwei Gründe sollen hierzu genannt werden:
Wilhelm Reich nahm sich sehr ernst
In seiner Arbeit als Psychoanalytiker war klar, dass die eigenen Emotionen ein zentraler Beitrag im gemeinsamen Forschungsprozess mit dem Klienten sind. Die eigene Wahrnehmung wird fortlaufend reflektiert.
Diese wissenschaftliche Haltung behielt er z.B. auch bei der Erforschung der Amöben bei. Zwar ging es nicht um die Psyche, so doch um eine forschende Beziehung zwischen Lebewesen. Auch hier galt es die Wahrnehmung und mit ihnen die Emotionen zu reflektieren. Erst über die Kenntnis der eigenen Ausdrucksfähigkeit, kann der wahrgenommene Ausdruck der Amöbe interpretiert werden. Die Qualität der eigenen Struktur ist ausschlaggebend für die Kontaktfähigkeit zum Objekt und somit zur Erkenntnis.
Nicht die Eliminierung der Subjektivität zugunsten der disziplinären Ordnung, sondern die explizite Nutzung derselben ist das wissenschaftliche Credo. Forschen heißt, die eigenen Wahrnehmungen bzw. das Empfinden ernst zu nehmen und reflektiert einzusetzen. Der Forscher ist das zentrale Werkzeug des Forschungsprozesses.
Wilhelm Reich nahm den Forschungsgegenstand sehr ernst
Neben der eigenen Struktur ist die Zugangsmöglichkeit zum Forschungsobjekt zentral für die Forschungsbeziehung. Es geht darum, diesem in einem möglichst unverstellten Kontakt gerecht zu werden.
Dies wendet sich auch gegen Vereinnahmungen durch die Wissenschaftsdisziplinen. Übliche Verfahren, wie z.B. das Abtöten vor dem mikroskopieren wurden von Reich abgelehnt. Er wollte einen Zugang zum Lebewesen Amöbe haben und musste Methoden entwickeln, diese auch lebendig zu erforschen.
Diese Konzentration auf die Zugangsmöglichkeiten zum Objekt führt auch zu anderen Einteilungen der Forschung. Eine disziplinorientierte Trennung zwischen somatischen und sozialen Prozessen bzw. Natur- und Sozialwissenschaften erscheint hier fragwürdig. Beides sind lebendige Ausdrucksformen und bieten somit einen ähnlichen Zugang. Wichtiger ist die Unterscheidung zwischen Leben und Nichtleben.
Verstehende Naturwissenschaft

Wilhelm Reich verstand sich als Naturwissenschaftler.
Aber wie ein verstehender Sozialwissenschaftler suchte er den Zugang zum Gegenüber.
Und weit über diese hinausgehend reflektierte er die Struktur des Forschers als zentrales Werkzeug.

Diese verstehende Naturwissenschaft war sehr produktiv.
Das Wagnis, die eigene Subjektivität ernst zu nehmen und sich an den Objekten zu orientieren, führt vielleicht zu neuem Wissen, aber eben auch zur Herauslösung aus disziplinären Orientierungen. Reichs Forschungen stehen bis heute außerhalb der anerkannten Wissenschaft.
Von daher wundert es nicht, dass es so schwer ist, die Aufforderung des BMBF zur Generierung von neuem Wissen zu folgen.
[1] Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Rahmenkonzept Sozial-ökologische Forschung. Bonn. .Juni 2000. S12. http://www.isoe.de/ftp/rahmenkonzept.pdf
[2] Maik Hosang : Natur-Kultur-Mensch. Theorieansätze in der sozial-ökologischen Forschung. Stand, Probleme und Empfehlungen http://www.homo-integralis.de/Institute/ifis/abschlussbericht.pdf
Vgl. auch
Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel. (Original 1949) Frankfurt/M [...]</itunes:summary>
<itunes:subtitle>„Geht es um die Erzeugung und Ordnung neuen Wissens, müssen naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Daten, Methoden und Theorien integriert werden.“[1] Für neues Wissen müssen alte Grenzen zugunsten neuer Einheiten [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Wilhelm Reich, Leben, Wissenschaft, Forschung, Interdisziplinar</itunes:keywords>
	</item>
		<item>
		<title>Kontrolltheorie (Travis Hirschi)</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/08/15/kontrolltheorie-travis-hirschi/gewalt</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 15:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abweichung]]></category>
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		<category><![CDATA[Travis Hirschi]]></category>

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		<description><![CDATA[Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1) Criminologia, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der Kontrolltheorie widerspricht. Was ist die Kontrolltheorie? Die Kriminologie beschäftigt sich mit Abweichung insbesondere von rechtlichen Normen. Eine der bekanntesten Theorien dazu ist die „Soziale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Kontrolltheorie-nach-Travis-Hirschi-GewaltReligion.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1)<a href="http://criminologia.de/" target="_blank"> Criminologia</a>, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der Kontrolltheorie widerspricht.</p>
<h2><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1090" title="Kontrolltheorie-Ziegen" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Kontrolltheorie-Ziegen.jpg" alt="Kontrolltheorie Travis Hirschi Ziegen" width="500" height="333" /></a>Was ist die Kontrolltheorie?</h2>
<p>Die Kriminologie beschäftigt sich mit Abweichung insbesondere von rechtlichen Normen. Eine der bekanntesten Theorien dazu ist die „Soziale Kontrolltheorie“ nach Travis Hirschi. Kontrolltheoretiker fragen nicht: was<span id="more-1083"></span> führt zur Abweichung, sondern was verhindert sie?</p>
<p>Die Antwort ist einfach: Die Anbindung an gegebene gesellschaftliche Strukturen führt zu einer Ausrichtung an deren Vorgaben. Das folgende Bild bringt diese Perspektive auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Das „Schaf auf der ungezäunten Wiese braucht einen Pflock mit einem Strick um den Hals, an dem es angepflockt ist, damit es seinen Aktionskreis nicht verlässt.“</p>
<p>„So wie das Schaf an der Leine schlafen, essen, brüllen, die Sonne genießen, ja sogar versuchen kann, mit gekreuzten Vorderbeinen zu laufen, so müssen die jungen Leute lernen, dass das Leben gebunden an Konformität vielseitig, erfreulich, belohnend und interessant, ausfüllend sein kann.“(3)</p></blockquote>
<p>Dies ist das in der Kontrolltheorie vorherrschende Menschenbild. Ein Pflock ist z.B. die Familie und die Religion. Für Hirschi bauen diese Elemente aufeinander auf und leiten sich letztlich aus der Natur ab. Demzufolge hält er sich auch nicht mit Gedanken über Leitkulturen auf, sondern geht gleich von einem Konsens innerhalb der Gesellschaft aus.</p>
<h2>Stabile Abweichung</h2>
<p>Die Integration des „asozialen Individuums“ in diese Gesellschaft muss bis ungefähr zum 7. Lebensjahr gelingen. Anschließend sei der Charakter stabil und die Person würde sich immer abweichend bzw. kriminell verhalten.</p>
<blockquote><p>„Wenn jammernde und drängelnde Kinder die Erwachsenen werden, die durch Raub und Vergewaltigung auffallen, dann muss Jammern und Drängeln das theoretische Äquivalent zum Raub und Vergewaltigung sein.“(4)</p></blockquote>
<p>Untersuchungen zur Kriminalitätskarriere sind aus dieser Perspektive genau wie eine differenzierte Betrachtung der sozialen Welten und Interaktionen überflüssig.</p>
<h2>Gewalt und Religion</h2>
<p>Das KFN stellt nun u.a. fest, dass „Migranten ohne Konfessionszugehörigkeit in jeder Hinsicht am besten integriert“ seien. Sie differenzieren verschiedene Formen von Religiosität und schreiben noch ganz im Sinne von Hirschi, dass: „Je stärker Jugendliche in ihrem Glauben verankert sind, umso seltener begehen sie einen Ladendiebstahl oder haben Alkoholprobleme.“</p>
<p>Aber: „Für junge Muslime geht […] die zunehmende Bindung an ihre Religion mit einem Anstieg der Gewalt einher.“(1, Zusammenfassung)</p>
<p>So eine differenzierte Diskussion über den Bezug der Religion zum abweichenden Verhalten ist für eine wissenschaftliche Institution selbstverständlich. Umso vielsagender ist es, wenn diese Aussagen als „kleinere Sensation“ gewertet werden, weil sie nun einmal Grundannahmen der Kontrolltheorie widersprechen.</p>
<h2>Mitgeschleppter Klassiker</h2>
<p>Die Kontrolltheorie ist über vierzig Jahre alt und wurde vor ca. zwanzig Jahren von Hirschi aktualisiert und verschärft.  Noch in den 90er Jahren war dieser Ansatz unter deutschen Kriminologen die bedeutendste Theorie!!(5)</p>
<p>Auch heute noch gilt er als „Klassiker“, der nicht mehr gelesen und diskutiert, aber immer noch hoch geschätzt und mitgeschleppt wird.</p>
<p>Eine ausführliche Beschreibung und Diskussion der Sozialen Kontrolltheorie nach Travis Hirschi findet sich in dem Text „<a title="Aus-einander-setzung mit Gewalt" href="http://www.orgonomische-sozialforschung.de/download/AmG.pdf" target="_blank">Aus-einander-setzung mit Gewalt</a>“ in Kapitel 3.3.</p>
<hr size="1" />(1) Baier, D., Pfeiffer, C. &amp; Rabold, S.: <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fob109.pdf" target="_blank">Kinder und Jugendliche in Deutschland</a>: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum : Zweiter Bericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN. Hannover 2010; <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/religionintegration.pdf" target="_blank">Zusammenfassung</a></p>
<p>(2) Christian Wickert: <a href="http://criminologia.de/2010/06/kfn-legt-zweiten-forschungsbericht-zur-jugengewalt-integration-religiositaet-vo/" target="_blank">KFN legt zweiten Forschungsbericht zur Jugengewalt, Integration und Religiosität vor</a>, 16.6.2010 in Criminologia</p>
<p>(3) Friday, Paul C./ Kirchhoff, Gerd Ferdinand: Social Control-Theory. In: Schwind, Hans – Dieter/ Kube, Edwin/ Kühne, Hans-Heiner (Hrsg.): Festschrift für Hans Joachim Schneider zum 70. Geburtstag am 14. November 1998, Berlin 1998, S.77-104, S.83</p>
<p>(4) Hirschi, Travis/ Gottfredson, Michael R.: Substantive Positivism and the idea of crime. In: Hirschi, Travis/Gottfredson, Michael R. The generality of deviance. New   Brunswick,  New Jersey 1994, S.253- 270. „If children who offend by whining and pushing and shoving are the  adults who offend by robbing and raping, it must be that whining and  pushing and shoving are the theoretical equivalents of robbery and  rape.“</p>
<p>(5) Niggli, Marcel Alexander: Kriminologische Theorien und ihre Bedeutung für Kriminologen in Deutschland, der Schweiz und den USA – Ein empirischer Vergleich. In: Monatszeitschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 5/1992, S.261-277. S.267</p>
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Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1) Criminologia, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der Kontrolltheorie widerspricht.
Was ist die Kontrolltheorie?
Die Kriminologie beschäftigt sich mit Abweichung insbesondere von rechtlichen Normen. Eine der bekanntesten Theorien dazu ist die „Soziale Kontrolltheorie“ nach Travis Hirschi. Kontrolltheoretiker fragen nicht: was führt zur Abweichung, sondern was verhindert sie?
Die Antwort ist einfach: Die Anbindung an gegebene gesellschaftliche Strukturen führt zu einer Ausrichtung an deren Vorgaben. Das folgende Bild bringt diese Perspektive auf den Punkt:
Das „Schaf auf der ungezäunten Wiese braucht einen Pflock mit einem Strick um den Hals, an dem es angepflockt ist, damit es seinen Aktionskreis nicht verlässt.“
„So wie das Schaf an der Leine schlafen, essen, brüllen, die Sonne genießen, ja sogar versuchen kann, mit gekreuzten Vorderbeinen zu laufen, so müssen die jungen Leute lernen, dass das Leben gebunden an Konformität vielseitig, erfreulich, belohnend und interessant, ausfüllend sein kann.“(3)
Dies ist das in der Kontrolltheorie vorherrschende Menschenbild. Ein Pflock ist z.B. die Familie und die Religion. Für Hirschi bauen diese Elemente aufeinander auf und leiten sich letztlich aus der Natur ab. Demzufolge hält er sich auch nicht mit Gedanken über Leitkulturen auf, sondern geht gleich von einem Konsens innerhalb der Gesellschaft aus.
Stabile Abweichung
Die Integration des „asozialen Individuums“ in diese Gesellschaft muss bis ungefähr zum 7. Lebensjahr gelingen. Anschließend sei der Charakter stabil und die Person würde sich immer abweichend bzw. kriminell verhalten.
„Wenn jammernde und drängelnde Kinder die Erwachsenen werden, die durch Raub und Vergewaltigung auffallen, dann muss Jammern und Drängeln das theoretische Äquivalent zum Raub und Vergewaltigung sein.“(4)
Untersuchungen zur Kriminalitätskarriere sind aus dieser Perspektive genau wie eine differenzierte Betrachtung der sozialen Welten und Interaktionen überflüssig.
Gewalt und Religion
Das KFN stellt nun u.a. fest, dass „Migranten ohne Konfessionszugehörigkeit in jeder Hinsicht am besten integriert“ seien. Sie differenzieren verschiedene Formen von Religiosität und schreiben noch ganz im Sinne von Hirschi, dass: „Je stärker Jugendliche in ihrem Glauben verankert sind, umso seltener begehen sie einen Ladendiebstahl oder haben Alkoholprobleme.“
Aber: „Für junge Muslime geht […] die zunehmende Bindung an ihre Religion mit einem Anstieg der Gewalt einher.“(1, Zusammenfassung)
So eine differenzierte Diskussion über den Bezug der Religion zum abweichenden Verhalten ist für eine wissenschaftliche Institution selbstverständlich. Umso vielsagender ist es, wenn diese Aussagen als „kleinere Sensation“ gewertet werden, weil sie nun einmal Grundannahmen der Kontrolltheorie widersprechen.
Mitgeschleppter Klassiker
Die Kontrolltheorie ist über vierzig Jahre alt und wurde vor ca. zwanzig Jahren von Hirschi aktualisiert und verschärft.  Noch in den 90er Jahren war dieser Ansatz unter deutschen Kriminologen die bedeutendste Theorie!!(5)
Auch heute noch gilt er als „Klassiker“, der nicht mehr gelesen und diskutiert, aber immer noch hoch geschätzt und mitgeschleppt wird.
Eine ausführliche Beschreibung und Diskussion der Sozialen Kontrolltheorie nach Travis Hirschi findet sich in dem Text „Aus-einander-setzung mit Gewalt“ in Kapitel 3.3.
(1) Baier, D., Pfeiffer, C. &amp; Rabold, S.: Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum : Zweiter Bericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN. Hannover 2010; Zusammenfassung
(2) Christian Wickert: KFN legt zweiten Forschungsbericht zur Jugengewalt, Integration und Religiosität vor, [...]</itunes:summary>
<itunes:subtitle>Das KFN hat festgestellt, dass zwischen religiöser Einbindung und Gewalt ein positiver Zusammenhang bestehen kann.(1) Criminologia, der Kriminologenblog der Uni Hamburg, hält das für eine „kleinere Sensation“,(2) weil es Grundaussagen der [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Kontrolltheorie, Travis Hirschi, Gewalt, Religion, Migration, KFN, Kriminologie</itunes:keywords>
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		<title>Warum lebendige Wissenschaft?</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/08/10/warum-lebendige-wissenschaft/leben-vitalitaet</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 15:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturkontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir leben in einer sehr privilegierten Situation. Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren. All das basiert auch auf einer Wissenschaft, die vor ca. 300 Jahren ihren Siegeszug begann und sich am Leitbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Warum-lebendinge-Wissenschaft.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a>Wir leben in einer sehr privilegierten Situation.</p>
<p>Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren.</p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1054" title="Saxophon" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Saxophon.jpg" alt="Saxophon" width="500" height="333" /></a>All das basiert auch auf einer Wissenschaft, die vor ca. 300 Jahren ihren Siegeszug begann und sich am Leitbild der damaligen Physik orientiert. Im Kern wird versucht, die<span id="more-1051"></span> Erscheinungen der Welt in möglichst lineare kausale Abhängigkeiten zu übersetzen.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Art sich mit der Welt auseinander zu setzen, hat zu einer Explosion von Kreativität geführt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde Wissen gesammelt, wie in tausenden Jahren vorher nicht. Der Nutzen, den wir aus dieser Wissenschaft ziehen, ist kaum zu überschätzen.</p>
<p>Eine Verlockung wird dabei meist übersehen: diese Art der Weltaneignung schafft Ruhe. Sobald die Uneindeutigkeiten in Kausalketten übersetzt sind, können beherrschbare Faktoren definiert werde. Deutlich wird dies an Maschinen. Sie haben teilweise ungeheure Kräfte und können doch von uns reguliert werden. Oder der Computer: letztlich kann alles in 1 und 0 übersetzt werden.</p>
<p>Alles scheint geordnet werden zu können. Ordnung schafft Übersicht, Sicherheit und somit Ruhe.</p>
<p>Die Ordnung des unwägbaren Restes scheint eine Frage der Zeit. Wie Zygmunt Bauman(1) zeigte, ist dies ein Grundirrtum der Moderne.</p>
<h2>Grenzen</h2>
<p>Das herrschende Wissenschaftsverständnis bedarf dringend einer Ergänzung. Wir benötigen eine Perspektive des Zugangs und nicht der Ordnung.</p>
<p>Zwei Gründe:</p>
<ul>
<li>Intern stößt dies Denken immer deutlicher an seine Grenzen. Linearität wird durch Vernetzung ersetzt und die Kausalität wird immer häufiger in Frage gestellt. Die so entstehenden Modelle entsprechen weder den eigenen Idealen, noch sind sie gut handhabbar.</li>
<li> Zentrale Fragen unseres Lebens wie z.B. Kontakt, Gesundheit, Zuversicht, Intensität und Liebe können so nicht sinnvoll bearbeitet werden; Maschinen haben das nicht.</li>
</ul>
<p>Im Unterschied zu den Maschinen sind wir lebendige Wesen und Disziplinen wie Biologie und Lebenswissenschaften müssen sich endlich als solche ernst nehmen. Das Leben als kybernetische Maschine zu betrachten führt allenfalls zum Verständnis einer „Biomaschine“(2), aber nicht zum Verständnis lebendiger Prozesse.</p>
<h2><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1056" title="Frosch-Kopf" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Frosch-Kopf.jpg" alt="Kopf mit Frosch" width="500" height="333" /></a>Lebensforschung</h2>
<p>Um dem „Forschungsgegenstand“ Leben gerecht zu werden, muss es in seinen Eigenheiten auch die Forschung selbst bestimmen. Das Leben ist weder linear noch kausal. Leben pulsiert, ist immer in Bewegung, lässt keine „Nullpunkte“ zu und tritt als Lebewesen in Kontakt.</p>
<p>Lebensforschung berührt und schafft weder Sicherheit noch Ruhe. Mit ihr bekommen wir das Leben nicht in den Griff. Die Forschungsperson ist kein auszuschließendes Artefakt, sondern das wichtigste Werkzeug. Nur ein Lebewesen kann einen lebendigen Ausdruck tatsächlich wahrnehmen. Alles andere ist nur ein Abklatsch des Ausdrucks.</p>
<p>Lebensforschung ist kein einfacher Weg, sondern erfordert insbesondere vom Wissenschaftspersonal ganz neue Kompetenzen: (Selbst-)Wahrnehmungsfähigkeit, Hingabe an den Gegenstand usw.</p>
<h2>Warum lebendige Wissenschaft?</h2>
<p><strong>Weil wir es uns nicht mehr leisten können, dem Leben aus dem Weg zu gehen oder es der Esoterik zu überlassen.</strong></p>
<p>Technik und ein mechanistisches Weltbild haben durchaus einen wichtigen Platz, aber bei zentralen Fragen unseres Lebens führen sie in eine kaum zu übersehende Sackgasse.</p>
<p>Wir benötigen den kreativen Schub, zu dem Wissenschaft in der Lage ist. Wissenschaft kann viel mehr sein.</p>
<p>Literatur zum Thema z.B. <a title="Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel" href="http://www.amazon.de/%C3%84ther-Gott-Teufel-Wilhelm-Reich/dp/B002LD3QRI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1281452133&amp;sr=8-1" target="_blank">Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel</a>. Frankfurt/M. 1983; <a title="Ingo Diedrich: Naturnah forschen" href="http://www.leutner-verlag.de/LebensEnergie/Funktionalismus/funktionalismus.html" target="_blank">Ingo Diedrich: Naturnah forschen</a>. Berlin. 2000</p>
<hr size="1" />(1) Bauman, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Frankfurt/M 1996</p>
<p>(2) Robert F. Schmidt: Biomaschine Mensch. München 1979</p>
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Wir leben in einer sehr privilegierten Situation.
Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren.
All das basiert auch auf einer Wissenschaft, die vor ca. 300 Jahren ihren Siegeszug begann und sich am Leitbild der damaligen Physik orientiert. Im Kern wird versucht, die Erscheinungen der Welt in möglichst lineare kausale Abhängigkeiten zu übersetzen.
Diese Art sich mit der Welt auseinander zu setzen, hat zu einer Explosion von Kreativität geführt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde Wissen gesammelt, wie in tausenden Jahren vorher nicht. Der Nutzen, den wir aus dieser Wissenschaft ziehen, ist kaum zu überschätzen.
Eine Verlockung wird dabei meist übersehen: diese Art der Weltaneignung schafft Ruhe. Sobald die Uneindeutigkeiten in Kausalketten übersetzt sind, können beherrschbare Faktoren definiert werde. Deutlich wird dies an Maschinen. Sie haben teilweise ungeheure Kräfte und können doch von uns reguliert werden. Oder der Computer: letztlich kann alles in 1 und 0 übersetzt werden.
Alles scheint geordnet werden zu können. Ordnung schafft Übersicht, Sicherheit und somit Ruhe.
Die Ordnung des unwägbaren Restes scheint eine Frage der Zeit. Wie Zygmunt Bauman(1) zeigte, ist dies ein Grundirrtum der Moderne.
Grenzen
Das herrschende Wissenschaftsverständnis bedarf dringend einer Ergänzung. Wir benötigen eine Perspektive des Zugangs und nicht der Ordnung.
Zwei Gründe:

Intern stößt dies Denken immer deutlicher an seine Grenzen. Linearität wird durch Vernetzung ersetzt und die Kausalität wird immer häufiger in Frage gestellt. Die so entstehenden Modelle entsprechen weder den eigenen Idealen, noch sind sie gut handhabbar.
 Zentrale Fragen unseres Lebens wie z.B. Kontakt, Gesundheit, Zuversicht, Intensität und Liebe können so nicht sinnvoll bearbeitet werden; Maschinen haben das nicht.

Im Unterschied zu den Maschinen sind wir lebendige Wesen und Disziplinen wie Biologie und Lebenswissenschaften müssen sich endlich als solche ernst nehmen. Das Leben als kybernetische Maschine zu betrachten führt allenfalls zum Verständnis einer „Biomaschine“(2), aber nicht zum Verständnis lebendiger Prozesse.
Lebensforschung
Um dem „Forschungsgegenstand“ Leben gerecht zu werden, muss es in seinen Eigenheiten auch die Forschung selbst bestimmen. Das Leben ist weder linear noch kausal. Leben pulsiert, ist immer in Bewegung, lässt keine „Nullpunkte“ zu und tritt als Lebewesen in Kontakt.
Lebensforschung berührt und schafft weder Sicherheit noch Ruhe. Mit ihr bekommen wir das Leben nicht in den Griff. Die Forschungsperson ist kein auszuschließendes Artefakt, sondern das wichtigste Werkzeug. Nur ein Lebewesen kann einen lebendigen Ausdruck tatsächlich wahrnehmen. Alles andere ist nur ein Abklatsch des Ausdrucks.
Lebensforschung ist kein einfacher Weg, sondern erfordert insbesondere vom Wissenschaftspersonal ganz neue Kompetenzen: (Selbst-)Wahrnehmungsfähigkeit, Hingabe an den Gegenstand usw.
Warum lebendige Wissenschaft?
Weil wir es uns nicht mehr leisten können, dem Leben aus dem Weg zu gehen oder es der Esoterik zu überlassen.
Technik und ein mechanistisches Weltbild haben durchaus einen wichtigen Platz, aber bei zentralen Fragen unseres Lebens führen sie in eine kaum zu übersehende Sackgasse.
Wir benötigen den kreativen Schub, zu dem Wissenschaft in der Lage ist. Wissenschaft kann viel mehr sein.
Literatur zum Thema z.B. Wilhelm Reich: Äther, Gott und Teufel. Frankfurt/M. 1983; Ingo Diedrich: Naturnah forschen. Berlin. 2000
(1) Bauman, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Frankfurt/M 1996
(2) Robert F. Schmidt: Biomaschine Mensch. München 1979
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<itunes:subtitle>Wir leben in einer sehr privilegierten Situation. Ich kann jederzeit gute Musik hören, im Winter muss ich nicht frieren, bei Verletzungen stehen chirurgische Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Auto kann ich zum nächsten Badesee fahren. All das [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>mechanistisch, Kontakt, Liebe, Wissenschaft, Zygmunt Bauman, Wilhelm Reich</itunes:keywords>
	</item>
		<item>
		<title>Hexenverfolgung</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/08/04/hexenverfolgung/gewalt</link>
		<comments>http://id-blog.or-so.de/2010/08/04/hexenverfolgung/gewalt#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 12:56:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hexe]]></category>
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		<description><![CDATA[Hexen sind faszinierende Wesen. Schon im Hexenhammer wird ausführlich argumentiert, was eine Hexe auszeichnet, wie sie Schaden verbreitet und welche Menschen davor geschützt sind. Noch heute gibt es viele Menschen, die sich als Hexe(r) verstehen und offensiv dies Bild pflegen. Die Figur der Hexe taucht aber auch in verschiedenen Argumentationen auf: so z.B. in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Hexenverfolgung.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a><br />
Hexen sind faszinierende Wesen. Schon im <a title="Hexenhammer" href="http://www.amazon.de/Hexenhammer-Malleus-maleficarum/dp/3423021624/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1280926383&amp;sr=8-4" target="_blank">Hexenhammer </a>wird ausführlich argumentiert, was eine Hexe auszeichnet, wie sie Schaden verbreitet und welche Menschen davor geschützt sind. Noch heute gibt es viele Menschen, die sich als Hexe(r) verstehen und offensiv dies Bild pflegen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-983" title="Kopf" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Kopf.jpg" alt="Kopf in Venedig" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die Figur der Hexe taucht aber<span id="more-1035"></span> auch in verschiedenen Argumentationen auf: so z.B. in der Emanzipationsbewegung der Frauen, aber auch im Bereich der Bevölkerungswissenschaft.</p>
<p>Unstrittig ist heute, dass seit der Neuzeit sehr viele Menschen (insbesondere Frauen) als Hexen identifiziert und getötet wurden. Ottmar Lattorf beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach der Bedeutung dieser Geschehnisse für die Entwicklung der europäischen Gesellschaften. Insbesondere die Veränderungen im Bereich der Sexualität und Liebesfähigkeit, aber auch die ökonomischen Strukturen werden von ihm untersucht.</p>
<p>Vieles ist sehr spannend, aber insbesondere Aspekte seine Geschichtsauffassung finde ich kritikwürdig. Auf meine ausführliche Kritik hat O. Lattorf nun geantwortet.</p>
<p>Sie können die Auseinandersetzung auf der Seite der <a title="Hexenverfolgung" href="http://www.orgonomische-sozialforschung.de/Sonst_Hexe.htm" target="_blank">Orgonomischen Sozialforschung</a> nachvollziehen.</p>
<p>Nutzen Sie doch die Kommentarmöglichkeit zu diesem Blogeintrag, um in die Diskussion einzusteigen.</p>
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Hexen sind faszinierende Wesen. Schon im Hexenhammer wird ausführlich argumentiert, was eine Hexe auszeichnet, wie sie Schaden verbreitet und welche Menschen davor geschützt sind. Noch heute gibt es viele Menschen, die sich als Hexe(r) verstehen und offensiv dies Bild pflegen.

Die Figur der Hexe taucht aber auch in verschiedenen Argumentationen auf: so z.B. in der Emanzipationsbewegung der Frauen, aber auch im Bereich der Bevölkerungswissenschaft.
Unstrittig ist heute, dass seit der Neuzeit sehr viele Menschen (insbesondere Frauen) als Hexen identifiziert und getötet wurden. Ottmar Lattorf beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach der Bedeutung dieser Geschehnisse für die Entwicklung der europäischen Gesellschaften. Insbesondere die Veränderungen im Bereich der Sexualität und Liebesfähigkeit, aber auch die ökonomischen Strukturen werden von ihm untersucht.
Vieles ist sehr spannend, aber insbesondere Aspekte seine Geschichtsauffassung finde ich kritikwürdig. Auf meine ausführliche Kritik hat O. Lattorf nun geantwortet.
Sie können die Auseinandersetzung auf der Seite der Orgonomischen Sozialforschung nachvollziehen.
Nutzen Sie doch die Kommentarmöglichkeit zu diesem Blogeintrag, um in die Diskussion einzusteigen.
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<itunes:subtitle>Hexen sind faszinierende Wesen. Schon im Hexenhammer wird ausführlich argumentiert, was eine Hexe auszeichnet, wie sie Schaden verbreitet und welche Menschen davor geschützt sind. Noch heute gibt es viele Menschen, die sich als Hexe(r) verstehen [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Hexen, Hexenverfolgung, Sexualitat, Emanzipation</itunes:keywords>
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		<title>Menschen im Zoo</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/07/17/menschen-im-zoo/natur-mensch</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 12:20:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur - Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Kein Reh oder Bär, kein Elefant oder Wal, kein Vogel und keine Schnecke könnten jemals so auf der Stelle sitzen wie der Mensch. Sie würden austrocknen und bald sterben. Im Zoo kann man sehen, was das Sitzen aus wilden Tieren macht.&#8221; W. Reich &#8212; Quelle: Wilhelm Reich: Christusmord, Frankfurt/M, 1983, S.120]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/08/Menschen_im_Zoo_Wilhelm_Reich.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<p style="text-align: center;">&#8220;Kein Reh oder Bär,</p>
<p style="text-align: center;">kein Elefant oder Wal,</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1010" title="Elefant_hinten" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Elefant_hinten.jpg" alt="Elefanz von hinten" width="500" height="333" /></a>kein Vogel und keine Schnecke</p>
<p style="text-align: center;">könnten jemals<span id="more-1002"></span> so auf der Stelle sitzen</p>
<p style="text-align: center;">wie der Mensch.</p>
<p style="text-align: center;">Sie würden austrocknen und bald sterben.</p>
<p style="text-align: center;">Im Zoo kann man sehen,</p>
<p style="text-align: center;">was das Sitzen aus</p>
<p style="text-align: center;">wilden Tieren macht.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;">W. Reich</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">&#8212;</p>
<p style="text-align: left;">Quelle: Wilhelm Reich: Christusmord, Frankfurt/M, 1983, S.120</p>
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“Kein Reh oder Bär,
kein Elefant oder Wal,
kein Vogel und keine Schnecke
könnten jemals so auf der Stelle sitzen
wie der Mensch.
Sie würden austrocknen und bald sterben.
Im Zoo kann man sehen,
was das Sitzen aus
wilden Tieren macht.”
W. Reich

—
Quelle: Wilhelm Reich: Christusmord, Frankfurt/M, 1983, S.120
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<itunes:subtitle>“Kein Reh oder Bär, kein Elefant oder Wal, kein Vogel und keine Schnecke könnten jemals so auf der Stelle sitzen wie der Mensch. Sie würden austrocknen und bald sterben. Im Zoo kann man sehen, was das Sitzen aus wilden Tieren macht.” W. [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Bewegung, Leben, Wilhelm Reich, Tiere, Menschen, Zoo</itunes:keywords>
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		<title>Agiles Projektmanagement</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/07/16/agiles-projektmanagement/leben-vitalitaet</link>
		<comments>http://id-blog.or-so.de/2010/07/16/agiles-projektmanagement/leben-vitalitaet#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 18:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[lebendig]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Organisationsentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Projektmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon einmal was vom „Agilen Projektmanagement“ gehört? Eine Methode, die gerade große Projekte neu strukturiert. Ganz grob: Anstelle vom klassischen linearen Ablauf eines Projektes werden dynamische Elemente integriert. Das leuchtet sofort ein: Projektmanagement ist nicht Planwirtschaft! Erreicht wird dies durch die hohe Bewertung von Mut für Änderungen, durch fortlaufende Rückmeldungen aller Beteiligten, durch den hohen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Agiles-Projektmanagement.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<p style="text-align: left;">
<p>Schon einmal was vom „Agilen Projektmanagement“ gehört?</p>
<p>Eine Methode, die gerade große Projekte neu strukturiert. Ganz grob: Anstelle vom klassischen linearen Ablauf eines Projektes werden dynamische Elemente integriert.</p>
<p style="text-align: left;">Das leuchtet sofort ein: <strong>Projektmanagement ist nicht Planwirtschaft!</strong><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><br />
</a></p>
<p><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-1044" title="Projekttagung" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Projekttagung.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Erreicht wird dies durch die<span id="more-980"></span> hohe Bewertung von Mut für Änderungen, durch fortlaufende Rückmeldungen aller Beteiligten, durch  den hohen Stellenwert von Interaktionen im Projekt usw.</p>
<p>Vieles von dem erinnert mich an die <a title="Partizipative Evaluation" href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/partizipative-qualitaetsentwicklung.html" target="_blank">Partizipative Qualitätsentwicklung</a> bzw. Evaluation. Auch hier gibt es die zyklischen Feedbackschleifen mit allen Stakeholdern, die fortlaufende Weiterentwicklung der Ziele usw. Während es beim agilen Modell eher um Effizienzsteigerung geht, wird hier auch mit einem politischen Anspruch argumentiert.</p>
<p>Aber auch mit der agilen Methode werden weiterführende Annahmen verknüpft. S. Hagen weist z.B. in seinen zahlreichen Artikeln zum Thema darauf hin, dass <a title="Menschen sind keine Maschinen" href="http://pm-blog.com/2010/07/13/pm-tv-agiles-projektmanagement" target="_blank">Menschen keine „Maschinen“</a> seien bzw. dass es um <a title="auf den Menschen zentrieren" href="http://pm-blog.com/2010/02/20/menschen-zentriertes-design-trifft-agiles-projektmanagement" target="_blank">„Zentrierung auf MENSCHEN“</a> gehe.</p>
<p>Das hört sich gut an. Aber was bedeutet es? In anderen Artikeln wird deutlich, dass er ein systemisches Denken präferiert und sich immer wieder auf die Kategorie Leben bezieht. Wenn Menschen im Zentrum stehen und diese keine Maschinen sind, so wundert es nicht, wenn auch die Kategorie Leben ins Spiel kommt.<br />
Ihm sind z.B. Spannungen in der Organisationsentwicklung sehr wichtig. „Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, dass Spannung gleichzeitig auch Leben bedeutet.“ (<a title="Spannung ist Leben" href="http://pm-blog.com/2008/06/02/spannung-bedeutet-leben" target="_blank">hier</a>)</p>
<p>Mich freut diese Feststellung. Sie passt auch zu Aussagen von C. Steinle, der Organisationsentwicklung  (vgl. <a title="Vitalisierung" href="http://id-blog.or-so.de/2010/01/15/vitalisierung/leben-vitalitaet" target="_self">Vitalisierung</a>) darauf gerichtet sieht „Spannkraft und Entwicklungsenergie zu schaffen“ (1).</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-981" title="Fabrik und Siedlung" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Fabrik.jpg" alt="" width="500" height="225" /></a>Aber weder bei Steinle noch bei Hagen wird klar, durch welchen Lebensbegriff sie ihre Aussagen stützen. W. Reich definiert auf der Basis eines energetischen Modells, Leben als Pulsation, die sich mit den Begriffen Spannung, Ladung, Entladung und Entspannung beschreiben lässt. Würden sie dem folgen?</p>
<p>In Zeiten umfassender maschinengestützter Kommunikation ist der Bezug auf das Leben sehr wichtig. Aber ohne eine Fundierung des Begriffs steht die Behauptung, dass Menschen keine Maschinen seien und im Zentrum stehen, auf sehr wackeligen Beinen.</p>
<p>Modelle wie Agiles Projektmanagement, Partizipative Evaluation bzw. Qualitätsentwicklung und Vitalisierung grenzen sich doch in ähnlicher Weise von starren und linearen Vorstellungen ab. Sie betonen die Dynamik, das Involviertsein und die Unschärfe.<br />
Es fehlt nur ein anerkannter Lebensbegriff, der diese Ansichten fundiert.</p>
<p>Quellen</p>
<p>(1) <a href="http://www.wiwi.uni-hannover.de/ufo/steinle.htm" target="_blank">Steinle, Claus</a>; <a href="http://www.eggers-partner.de/eggers.php" target="_blank">Eggers,  Bernd</a>; Thiem, Henning; <a href="http://www.alexandria.unisg.ch/persons/person/V/Bernd_Vogel" target="_blank">Vogel, Bernd</a>: <a href="http://www.amazon.de/Vitalisierung-Das-Management-neuen-Lebendigkeit/dp/3933180465/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1263572230&amp;sr=8-1" target="_blank">Vitalisierung. Das Management der neuen Lebendigkeit.  Frankfurt/M. 2000, S.46<br />
</a></p>
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Schon einmal was vom „Agilen Projektmanagement“ gehört?
Eine Methode, die gerade große Projekte neu strukturiert. Ganz grob: Anstelle vom klassischen linearen Ablauf eines Projektes werden dynamische Elemente integriert.
Das leuchtet sofort ein: Projektmanagement ist nicht Planwirtschaft!


Erreicht wird dies durch die hohe Bewertung von Mut für Änderungen, durch fortlaufende Rückmeldungen aller Beteiligten, durch  den hohen Stellenwert von Interaktionen im Projekt usw.
Vieles von dem erinnert mich an die Partizipative Qualitätsentwicklung bzw. Evaluation. Auch hier gibt es die zyklischen Feedbackschleifen mit allen Stakeholdern, die fortlaufende Weiterentwicklung der Ziele usw. Während es beim agilen Modell eher um Effizienzsteigerung geht, wird hier auch mit einem politischen Anspruch argumentiert.
Aber auch mit der agilen Methode werden weiterführende Annahmen verknüpft. S. Hagen weist z.B. in seinen zahlreichen Artikeln zum Thema darauf hin, dass Menschen keine „Maschinen“ seien bzw. dass es um „Zentrierung auf MENSCHEN“ gehe.
Das hört sich gut an. Aber was bedeutet es? In anderen Artikeln wird deutlich, dass er ein systemisches Denken präferiert und sich immer wieder auf die Kategorie Leben bezieht. Wenn Menschen im Zentrum stehen und diese keine Maschinen sind, so wundert es nicht, wenn auch die Kategorie Leben ins Spiel kommt.
Ihm sind z.B. Spannungen in der Organisationsentwicklung sehr wichtig. „Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, dass Spannung gleichzeitig auch Leben bedeutet.“ (hier)
Mich freut diese Feststellung. Sie passt auch zu Aussagen von C. Steinle, der Organisationsentwicklung  (vgl. Vitalisierung) darauf gerichtet sieht „Spannkraft und Entwicklungsenergie zu schaffen“ (1).
Aber weder bei Steinle noch bei Hagen wird klar, durch welchen Lebensbegriff sie ihre Aussagen stützen. W. Reich definiert auf der Basis eines energetischen Modells, Leben als Pulsation, die sich mit den Begriffen Spannung, Ladung, Entladung und Entspannung beschreiben lässt. Würden sie dem folgen?
In Zeiten umfassender maschinengestützter Kommunikation ist der Bezug auf das Leben sehr wichtig. Aber ohne eine Fundierung des Begriffs steht die Behauptung, dass Menschen keine Maschinen seien und im Zentrum stehen, auf sehr wackeligen Beinen.
Modelle wie Agiles Projektmanagement, Partizipative Evaluation bzw. Qualitätsentwicklung und Vitalisierung grenzen sich doch in ähnlicher Weise von starren und linearen Vorstellungen ab. Sie betonen die Dynamik, das Involviertsein und die Unschärfe.
Es fehlt nur ein anerkannter Lebensbegriff, der diese Ansichten fundiert.
Quellen
(1) Steinle, Claus; Eggers,  Bernd; Thiem, Henning; Vogel, Bernd: Vitalisierung. Das Management der neuen Lebendigkeit.  Frankfurt/M. 2000, S.46

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<itunes:subtitle>Schon einmal was vom „Agilen Projektmanagement“ gehört? Eine Methode, die gerade große Projekte neu strukturiert. Ganz grob: Anstelle vom klassischen linearen Ablauf eines Projektes werden dynamische Elemente integriert. Das leuchtet sofort [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Projektmanagement, Qualitatsentwicklung, Leben, Evaluation, Vitalisierung, Vitalitat</itunes:keywords>
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		<title>Wissenschaftliche Orientierung</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/07/11/wissenschaftliche-orientierung/leben-vitalitaet</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 08:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Glauben Glauben hat gegenüber anderen Orientierungsmodellen einen wesentlichen Vorteil: Er bietet sehr große Freiräume: Alles kann geglaubt werden! Glaubenserfahrungen sind prinzipiell subjektiv und letztlich nicht vermittelbar. In diesem Sinne ist jeder Glauben esoterisch. Wenn der Glaube zu einem verbindenden sozialen Merkmal wird, wird aus dem individuellen Credo eine Beitrittserklärung. Es entstehen Regeln und Institutionen – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Glauben</h2>
<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/ID-Podcast-Wissenschaftliche-Orientierung.mp3"><img class="alignleft size-full wp-image-759" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="ID Podcast- Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Glauben hat gegenüber anderen Orientierungsmodellen einen wesentlichen Vorteil: Er bietet sehr große Freiräume: Alles kann geglaubt werden!</p>
<p>Glaubenserfahrungen sind prinzipiell subjektiv und letztlich nicht vermittelbar. In diesem Sinne ist jeder Glauben esoterisch.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="size-full wp-image-872 aligncenter" title="Fotografin" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Fotografin.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>Wenn der Glaube zu einem verbindenden sozialen Merkmal wird, wird<span id="more-867"></span> aus dem individuellen Credo eine Beitrittserklärung. Es entstehen Regeln und Institutionen – Strukturen. Die individuellen Erfahrungen und die sozialen Strukturen stehen dabei in einem Spannungsverhältnis.</p>
<p style="text-align: left;">Die katholische Kirche ist dafür ein gutes Beispiel. Sie ist geprägt durch sehr starre Strukturen und gleichzeitig bietet sie Raum für individuelle Glaubenserfahrungen. Manchmal &#8211; vielleicht in einem guten Ritual oder einem Lied – kommen Glaubenserfahrung und Struktur zusammen. Häufig stehen sie sich im Weg.</p>
<p>Prinzipiell bietet die Religion die große Freiheit der Orientierung und gleichzeitig die schwierige soziale Vermittlung derselben.</p>
<p>Ein weiterer Nachteil liegt für mich in der Ausrichtung am Anderen: ein metaphysisches Wesen bzw. Zustand steht im Zentrum. Die Orientierung richtet sich auf etwas, was eben gerade aktuell nicht ist, sondern evtl. angestrebt wird. Dies ist eine Orientierung, die von der Gegenwart und dem Sein wegführt.</p>
<h2>Kunst</h2>
<p>Auch die Kunst geht von der subjektiven Erfahrung aus. Sie wird zum Ausdruck gebracht und bietet somit die Chance beim Gegenüber einen Eindruck auszulösen, der das Werk verstehen lässt. Auch im Kunstbereich gibt es teils starre Strukturmerkmale z.B. in den Stilen, den Methoden aber auch in den Gesetzen des Marktes. Gleichzeitig liegt in der Kunst aber auch die Aufforderung, mit dem eigenen Ausdruck, diese Strukturen zu missachten.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-874" title="Augen" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/07/Augen.jpg" alt="Arsenale Venedig" width="500" height="333" /></a>Orientierung durch Kunst stellt den Ausdruck der eigenen Welterfahrung ins Zentrum und entblößt somit das eigene Subjekt. In diesem Sinne ist Kunst Orientierung für Mutige.</p>
<h2>Wissenschaft</h2>
<p>Wissenschaft greift die zentralen Aspekte von Religion und Kunst auf. Ausgangspunkt ist auch hier die subjektive Erfahrung. Sie liegt z.B. der Hypothesenbildung zugrunde. Und auch sie bringt mit den Forschungsergebnissen ein Werk zum Ausdruck. Im Gegensatz zur Religion und anders als die Kunst bietet sie aber Verfahren der sozialen Vermittlung und des Nachvollzugs des subjektiven Eindrucks an.</p>
<p>Das Potential der Wissenschaft liegt in der Umsetzung dieser Eckpunkte:</p>
<ul>
<li>Sie beeindruckt, wenn der eigene Eindruck im Zentrum steht.</li>
<li>Sie ist bewegend, wenn sie Verfahren nutzt, die eigenen bewegenden Erfahrungen verstehbar zu machen.</li>
<li>Sie ist orientierend, wenn sie sich an den Fragen der Menschen orientiert und einen nachvollziehbaren Ausdruck produziert.</li>
</ul>
<p>Stattdessen ist die Wissenschaft analog zu weiten Teilen von Religion und Kunst strukturfixiert:</p>
<ul>
<li>Anstatt vermittelbare Verfahren für den eigenen Eindruck zu entwickeln, werden Fragen gestellt, die sich an den starren und weltfremden Vorstellungen einer „exakten Wissenschaft“ orientieren. Dies entspricht den Katholiken, die  das Vertrauen auf die eigene Erfahrung durch die Orientierung am Katechismus ersetzen.</li>
<li>Anstatt irritierend zu beeindrucken wird Wissen produziert, das mit digitalen Wissenssystemen verwaltet und ökonomisch verwertet werden kann.</li>
</ul>
<h2>Im Spanungsfeld von Struktur und Bewegung</h2>
<p>Wissenschaft ist für mich eine  zentrale Möglichkeit des Ausdrucks, der Kommunikation und der weltzugewandten Orientierung.</p>
<p>Eine pulsierende, also lebendige Wissenschaft, liegt da vor, wo die bewegenden Erfahrungen und strukturierenden Verfahren in einem Spannungsverhältnis stehen.</p>
<p><strong>Gelungene wissenschaftliche Orientierung ist ein Anschmiegen an die Wirklichkeit und der Ausdruck dieser Bewegung ist die Wirklichkeit.</strong></p>
<p>Er bewegt sich nicht im Freiraum der religiösen Beliebigkeit, aber auch nicht im digitalen schwarz-weiß, sondern im Spannungsfeld von Bewegung und Struktur.</p>
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	<itunes:summary>Glauben



Glauben hat gegenüber anderen Orientierungsmodellen einen wesentlichen Vorteil: Er bietet sehr große Freiräume: Alles kann geglaubt werden!
Glaubenserfahrungen sind prinzipiell subjektiv und letztlich nicht vermittelbar. In diesem Sinne ist jeder Glauben esoterisch.
Wenn der Glaube zu einem verbindenden sozialen Merkmal wird, wird aus dem individuellen Credo eine Beitrittserklärung. Es entstehen Regeln und Institutionen – Strukturen. Die individuellen Erfahrungen und die sozialen Strukturen stehen dabei in einem Spannungsverhältnis.
Die katholische Kirche ist dafür ein gutes Beispiel. Sie ist geprägt durch sehr starre Strukturen und gleichzeitig bietet sie Raum für individuelle Glaubenserfahrungen. Manchmal – vielleicht in einem guten Ritual oder einem Lied – kommen Glaubenserfahrung und Struktur zusammen. Häufig stehen sie sich im Weg.
Prinzipiell bietet die Religion die große Freiheit der Orientierung und gleichzeitig die schwierige soziale Vermittlung derselben.
Ein weiterer Nachteil liegt für mich in der Ausrichtung am Anderen: ein metaphysisches Wesen bzw. Zustand steht im Zentrum. Die Orientierung richtet sich auf etwas, was eben gerade aktuell nicht ist, sondern evtl. angestrebt wird. Dies ist eine Orientierung, die von der Gegenwart und dem Sein wegführt.
Kunst
Auch die Kunst geht von der subjektiven Erfahrung aus. Sie wird zum Ausdruck gebracht und bietet somit die Chance beim Gegenüber einen Eindruck auszulösen, der das Werk verstehen lässt. Auch im Kunstbereich gibt es teils starre Strukturmerkmale z.B. in den Stilen, den Methoden aber auch in den Gesetzen des Marktes. Gleichzeitig liegt in der Kunst aber auch die Aufforderung, mit dem eigenen Ausdruck, diese Strukturen zu missachten.
Orientierung durch Kunst stellt den Ausdruck der eigenen Welterfahrung ins Zentrum und entblößt somit das eigene Subjekt. In diesem Sinne ist Kunst Orientierung für Mutige.
Wissenschaft
Wissenschaft greift die zentralen Aspekte von Religion und Kunst auf. Ausgangspunkt ist auch hier die subjektive Erfahrung. Sie liegt z.B. der Hypothesenbildung zugrunde. Und auch sie bringt mit den Forschungsergebnissen ein Werk zum Ausdruck. Im Gegensatz zur Religion und anders als die Kunst bietet sie aber Verfahren der sozialen Vermittlung und des Nachvollzugs des subjektiven Eindrucks an.
Das Potential der Wissenschaft liegt in der Umsetzung dieser Eckpunkte:

Sie beeindruckt, wenn der eigene Eindruck im Zentrum steht.
Sie ist bewegend, wenn sie Verfahren nutzt, die eigenen bewegenden Erfahrungen verstehbar zu machen.
Sie ist orientierend, wenn sie sich an den Fragen der Menschen orientiert und einen nachvollziehbaren Ausdruck produziert.

Stattdessen ist die Wissenschaft analog zu weiten Teilen von Religion und Kunst strukturfixiert:

Anstatt vermittelbare Verfahren für den eigenen Eindruck zu entwickeln, werden Fragen gestellt, die sich an den starren und weltfremden Vorstellungen einer „exakten Wissenschaft“ orientieren. Dies entspricht den Katholiken, die  das Vertrauen auf die eigene Erfahrung durch die Orientierung am Katechismus ersetzen.
Anstatt irritierend zu beeindrucken wird Wissen produziert, das mit digitalen Wissenssystemen verwaltet und ökonomisch verwertet werden kann.

Im Spanungsfeld von Struktur und Bewegung
Wissenschaft ist für mich eine  zentrale Möglichkeit des Ausdrucks, der Kommunikation und der weltzugewandten Orientierung.
Eine pulsierende, also lebendige Wissenschaft, liegt da vor, wo die bewegenden Erfahrungen und strukturierenden Verfahren in einem Spannungsverhältnis stehen.
Gelungene wissenschaftliche Orientierung ist ein Anschmiegen an die Wirklichkeit und der Ausdruck dieser Bewegung ist die Wirklichkeit.
Er bewegt sich nicht im Freiraum der religiösen Beliebigkeit, aber auch nicht im digitalen schwarz-weiß, sondern im Spannungsfeld von Bewegung und Struktur.
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<itunes:subtitle>Glauben Glauben hat gegenüber anderen Orientierungsmodellen einen wesentlichen Vorteil: Er bietet sehr große Freiräume: Alles kann geglaubt werden! Glaubenserfahrungen sind prinzipiell subjektiv und letztlich nicht vermittelbar. In diesem Sinne [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Wissenschaft, Religion, Kunst, Orientierung</itunes:keywords>
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		<item>
		<title>Studien zur Vitalität</title>
		<link>http://id-blog.or-so.de/2010/05/20/studien-zur-vitalitaet/leben-vitalitaet</link>
		<comments>http://id-blog.or-so.de/2010/05/20/studien-zur-vitalitaet/leben-vitalitaet#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 May 2010 10:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[lebendig]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://idiedrich.wordpress.com/?p=665</guid>
		<description><![CDATA[Vitalität ist nicht dem Wellnessbereich  vorbehalten. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die diesen Begriff nutzen. Da gibt es Untersuchungen zum Zustand des Waldes, im Bereich der Altersforschung, zur Organisationsentwicklung, der Gesundheitsforschung usw. (vgl.: Vitalität) Ich sehe da große Chancen, aber auch ein paar Fallstricke, denen ich gern weiter nachgehen möchte. Sie können mir dabei helfen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Studien-zur-Vitalitaet.mp3"><img class="size-full wp-image-759 alignleft" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="IDPodcast Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Blog Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<p>Vitalität ist nicht dem Wellnessbereich  vorbehalten. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die diesen Begriff nutzen.</p>
<p>Da gibt es Untersuchungen zum Zustand des Waldes, im Bereich der Altersforschung, zur Organisationsentwicklung, der Gesundheitsforschung usw. (vgl.: <a href="http://id-blog.or-so.de/2009/11/07/vitalitat/leben-vitalitaet" target="_self">Vitalität</a>)</p>
<p>Ich sehe da große Chancen, aber auch ein paar Fallstricke, denen ich gern weiter nachgehen möchte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-666" title="Kuss-der-Schnecken" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/kuss-der-schnecken.jpg" alt="Kuss der Schnecken" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Sie können<span id="more-665"></span> mir dabei helfen.</p>
<ul>
<li>Kennen Sie wissenschaftliche Studien, in denen die Vitalität bzw. Lebendigkeit als Merkmal herangezogen wird?</li>
<li>Kennen Sie Texte, die sich mit einer begrifflichen Fundierung von Vitalität und Lebendigkeit beschäftigen. Mich interessiert v.a. der Bezug auf einen Lebensbegriff.</li>
</ul>
<p>Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie im Kommentar einfach Ihre Informationen hinterlassen würden.</p>
<p>Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.</p>
<p><!-- http://www.podcast.de/pod_55990P48xzmAeXiforbho15866/ --></p>
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Vitalität ist nicht dem Wellnessbereich  vorbehalten. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die diesen Begriff nutzen.
Da gibt es Untersuchungen zum Zustand des Waldes, im Bereich der Altersforschung, zur Organisationsentwicklung, der Gesundheitsforschung usw. (vgl.: Vitalität)
Ich sehe da große Chancen, aber auch ein paar Fallstricke, denen ich gern weiter nachgehen möchte.

Sie können mir dabei helfen.

Kennen Sie wissenschaftliche Studien, in denen die Vitalität bzw. Lebendigkeit als Merkmal herangezogen wird?
Kennen Sie Texte, die sich mit einer begrifflichen Fundierung von Vitalität und Lebendigkeit beschäftigen. Mich interessiert v.a. der Bezug auf einen Lebensbegriff.

Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie im Kommentar einfach Ihre Informationen hinterlassen würden.
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

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<itunes:subtitle>Vitalität ist nicht dem Wellnessbereich  vorbehalten. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die diesen Begriff nutzen. Da gibt es Untersuchungen zum Zustand des Waldes, im Bereich der Altersforschung, zur Organisationsentwicklung, der [...]</itunes:subtitle>
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		<title>Das Leben in seiner Stofflichkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 12:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorlesung - das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vierte Vorlesung In der vierten Vorlesung aus der Reihe „Leben – Geschichte und Metaphysik eines schillernden Begriffs“ steht die Suche der Biologie nach dem Forschungsgegenstand – dem Leben – im Vordergrund.[1] Biologie, eine empirische Wissenschaft? Anfang des 19. Jh. bewegte sich der Lebensbegriff zwischen zwei Polen: Metaphysisch bzw. „magisch angehaucht“. Leben hat eine transzendente Qualität, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Vierte Vorlesung</h2>
<p><br />
<a href="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Leben-in-seiner-Stofflichkeit.mp3"><img class="size-full wp-image-759  alignleft" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" title="IDPodcast Download" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/IDPodcast-Logo-60.jpg" alt="ID Blog Podcast" width="60" height="60" /></a></p>
<p style="text-align: left;">In der vierten Vorlesung aus der Reihe „Leben – Geschichte und Metaphysik eines schillernden Begriffs“ steht die Suche der Biologie nach dem Forschungsgegenstand – dem Leben – im Vordergrund.<a href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://id-blog.or-so.de/verwendete-eigene-bilder"><img class="aligncenter size-full wp-image-632" title="Kueken---Leben-aus-Leben" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/kueken-leben-aus-leben.jpg" alt="" width="500" height="335" /></a></p>
<h2>Biologie, eine empirische Wissenschaft?</h2>
<p>Anfang des 19. Jh. bewegte sich der Lebensbegriff <span id="more-631"></span>zwischen zwei Polen:</p>
<ol>
<li>Metaphysisch bzw. „magisch angehaucht“. Leben hat eine transzendente Qualität, die eben nicht empirisch zu fassen ist. Hier werden oft Metaphern genutzt, die gerade den Unterschied zum physikalischen Bereich hervorheben sollen.</li>
<li>Materialistische Theorien, die „auf die Eigenständigkeit des Lebens verzichten“ und sagen: letztlich muss es sich um eine Spezialform einer physikalischen Größe handeln.</li>
</ol>
<p>In diesem Spannungsfeld wird auch die Biologie mit ihren Funktions- und Prozessvorstellungen verortet. Im Bestreben eine eigenständige Disziplin zu sein, sind beide Pole für sie keine „diskutable Option“. Sie benötigt eine „stoffliche Referenz“, die wie in der Physik, aber auch in Abgrenzung zu ihr, eine seriöse empirische Forschung erlaubt.</p>
<p><strong>Was ist das Leben in seiner erfahrbaren und erforschbaren Stofflichkeit?</strong></p>
<h2>Chemie</h2>
<p>Eine Orientierung bot die sich entwickelnde Chemie. Im Gegensatz zum physikalischen Ideal der „Bewegung im Raum“ bot sie mit der „chemischen Reaktion“ etwas an, was den romantischen Vorstellungen von Prozess und Leben sehr nahe kam.</p>
<p>In der Reaktion wird das Eine in das Andere sinnlich wahrnehmbar überführt. „Übergängigkeit von Stoffen ineinander und Wechselwirkung“ sind ein Paradigma der Chemie. Die chemische Reaktion ist ein Wandlungsprozess. Chemie und Leben scheinen sehr eng verwandt.</p>
<p>Humboldt spricht vom „chemischen Lebensprozess“.</p>
<p>Hegel etwas vorsichtiger: „Könnte der chemische Prozess sich durch sich selbst fortsetzen, so wäre er das Leben.  Daher liegt es nahe das Leben chemisch zu fassen.“</p>
<h2>Elektrizität</h2>
<p>Für den Definitionsvorgang ebenfalls wichtig sind die Experimente mit der Elektrizität. Nicht nur in der Physik und Chemie, sondern eben auch in der Biologie spielte sie eine wichtige Rolle (<a href="http://idiedrich.wordpress.com/2010/05/04/philosophen-erfinden-das-leben/" target="_self">vgl.  Froschschenkel-Experiment</a>).</p>
<p>Dies wirft Fragen der Übergänge zwischen der belebten und der unbelebten Natur auf. Ist die belebte Natur doch irgendwie eine Form der unbelebten Natur? Oder ist alles belebt (Schelling) und die Physik nur eine langsamere Form von Biologie?</p>
<h2>Protoplasma</h2>
<p>Auch die Theorien des Protoplasmas (gr. proton: <em>Erstes</em>, plasma: <em>das Geformte</em>) sind zu nennen. Protoplasma: das Urgebilde bzw. der flüssige Urstoff, in dem Prozesse ihren Ausgang nehmen. Alles Lebendige verweist letztlich auf dieses Protoplasma. Es ist auch in allem Organischen anzutreffen. <a href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p>Ein Kandidat für dieses Plasma ist die Flüssigkeit, die in den Zellen unter den Mikroskopen beobachtet wird.</p>
<h2>Zelle</h2>
<p>Die Zelltheorien heben aber nicht explizit auf die Flüssigkeit ab, sondern betrachten die Zelle als strukturelle Einheit.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Jacob_Schleiden" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-645" title="Matthias_Jacob_Schleiden" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/matthias_jacob_schleiden.jpg" alt="Matthias Jacob Schleiden" width="200" height="222" /></a>Matthias Jacob<strong> Schleiden</strong> (1804 – 1881) entwickelt ab 1830 eine Theorie des Organischen auf der Basis einer Zelltheorie. Dies geschah in offener Gegnerschaft zur romantischen Naturphilosophie und zu Hegel, aber auch gegen die Lebenskraft.</p>
<blockquote><p>Schleiden „Der Wilde, der eine Lokomotive ein lebendes Tier nennt, ist nicht unwissender als der Naturwissenschaftler, der von Lebenskraft im Organischen spricht.“</p></blockquote>
<p>Ihm ist die methodische Strenge wichtig.</p>
<p>Die Pflanze hat nicht etwa an mehreren Stellen Zellen, sondern besteht vollständig aus ihnen. Dies verändert die Bedeutung der Zelle: sie ist nicht ein Merkmal der Pflanze, sondern das was sie und das Lebendige ausmacht.</p>
<p>Die Zelle besteht aus einem Medium (Flüssigkeit) und einer Form. Die Beziehungen dieser Elemente zeichnen seine Definition von Leben aus:</p>
<ol>
<li>Die Wechselwirkung zwischen dem Medium und der Form. Nicht die Flüssigkeit als Protoplasma ist wichtig, sondern die Beziehung zur Form</li>
<li>Die Wechselwirkung zwischen Inhalt und Wand der Zelle.</li>
<li>Die Wechselwirkung zwischen der Zelle (bzw. deren Verbund) und den wachstumsmäßig hervorgebrachten Gestalt.<a href="#_ftn3">[3]</a></li>
</ol>
<p>Erst die Kombination aus Verhältnis, Substanz und Prozess definiert Leben und bestimmt den Gegenstand der Biologie. Die Zellwand allein kann auch ein Physiker betrachten.</p>
<p>Theodor <strong>Schwann</strong> (1810 – 1882) bestätigt diese Forschung für die Tierwelt. Die Zelle ist somit die universelle Grundsubstanz des Lebens. Es gibt jetzt das „biologische Objekt“.</p>
<h2>Wie entsteht es?</h2>
<p>Schleiden geht davon aus, dass sich die lebende Zelle aus anorganischen Stoffen durch einen Vorgang der „Kristallisation“ bildet. Es gibt demzufolge ein Kontinuum zwischen dem Anorganischen und dem Leben. Der Prozess des Übergangs zwischen den Bereichen ist durch den Bildungstrieb geprägt.</p>
<p>Rudolf <strong>Virchow</strong> (1821 &#8211; 1902) formuliert die Gegenthese sehr prägnant: „Zellen entstehen aus Zellen“. Sie wachsen nicht aus einer chemischen Grundsubstanz mittels Bildungstrieb, sondern aus anderen Zellen.</p>
<p>Die Frage, wie die erste Zelle entstand, kann und will er nicht beantworten. Die Entstehung der ersten Zelle ist nicht Thema der Biologie.</p>
<p>Schleiden hält Virchows Begriff von Leben für eine zirkuläre, tautologische Konstruktion, die nicht sagt, was nun Leben ist.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p>Für mich war das eine sehr erhellende Vorlesung. Vieles was heute selbstverständlich erscheint wurde historisch eingeordnet. Dies gilt z.B. für die enge Orientierung am Wissenschaftsverständnis der Physik. Die daraus resultierende Suche nach dem Stoff erschwert es uns bis heute das Soziale als Leben zu verstehen.</p>
<p>Aber auch das Spannungsfeld, in dem der Begriff Leben steht ist ja heute noch aktuell. Reich hat ihn anschaulich 1937 als eine Auseinandersetzung zwischen Vitalisten und Mechanisten beschrieben.<a href="#_ftn4">[4]</a> Heute würde man eher Esoteriker und Schulwissenschaftlern sagen. Das Spannungsfeld selbst besteht aber weiterhin.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-642" title="Bion" src="http://id-blog.or-so.de/wp-content/uploads/2010/05/bion1.jpg" alt="&quot;Org-Tier&quot; Wilhelm Reich: DieBionexperimente S.47" width="200" height="192" />Für den Konflikt zwischen Schleiden und Virchow hat sich demgegenüber in der wissenschaftlichen Community die Position von Virchow durchgesetzt. Reichs Bionenexperimente erscheinen so als Außenseiterposition. Aufgrund  zahlreicher Experimente betonte er, dass Lebendiges aus Leblosen entstehen könne – und zwar auch heute noch. Dabei beschrieb er eine Zwischenform: die Bione.</p>
<blockquote><p>„Die Bione sind Vorstufen des Lebendigen, Gebilde des Übergangs vom Anorganischen, Unbewegten zum Organischen, Bewegten und Kultivierbaren.“<a href="#_ftn5">[5]</a></p></blockquote>
<p style="text-align: left;">In dem Text „Wilhelm Reich – Entdecker der primären Biogenese?“ werden diese Forschungen aus heutiger Sicht beschrieben und diskutiert.<a href="#_ftn5">[6]</a> Vgl. dazu auch &#8220;Bione in der modernen Medizin&#8221;.<a href="#_ftn5">[7]</a></p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> Petra Gehring: Die Stofflichkeit des Lebens. Darmstadt. 3.11.2009 aus der Vorlesungsreihe „<a href="http://www.e-learning.tu-darmstadt.de/openlearnware/philosophie/leben.de.jsp">Leben – Geschichte und Metaphysik eines schillernden Begriffs</a>“</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> „Das Protoplasma war so etwas wie ein naturphilosophischer Äther. So wie man glaubte, der Äther durchdringe alle materiellen Gebilde der Welt und fungiere als Medium der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen, dachte man, die lebende Substanz Protoplasma durchdringe ansonsten unbelebte Gebilde und verleihe ihnen Leben.“ (Die Zeit: <a href="http://www.zeit.de/1986/11/Protoplasma" target="_blank">Protoplasma</a>. 1986)</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Schleiden: „Wir charakterisieren den Begriff Organismus als das Verhältnis der Gestalt zur eingeschlossenen Mutterlauge und Leben als Wechselwirkung zwischen der Mutterlauge und der Gestalt, zwischen dem Inhalt und den äußeren physikalisch chemischen Kräften vermittelt durch die Gestalt und endlich Wechselwirkung zwischen der primären Gestalt und den in der bereits eingeschlossenen Mutterlauge späteren Gestalt“</p>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Wilhelm Reich: Die Bionexperimente Frankfurt/M 1995. S.180-185.</p>
<p><a href="#_ftnref4">[5]</a> Wilhelm Reich: Die Bionexperimente  Frankfurt/M 1995. S.78. (Bild S.47)</p>
<p><a href="#_ftnref5">[6]</a> Stephan Krall: Wilhelm Reich – Entdecker der primären Biogenese? Die Urzeugungstheorie im Licht der Wissenschaft. In emotion Nr. 14, Berlin 1999 S.81-110. <a href="http://www.smn-germany.de/dokumente/biogenese.pdf">PDF Download</a></p>
<p><a href="#_ftnref5">[7]</a> Peter Nasselstein: <a href="http://nachrichtenbrief.wordpress.com/2009/02/21/bione-in-der-modernen-medizin/" target="_blank">Bione in der modernen Medizin</a></p>
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	<itunes:summary>Vierte Vorlesung


In der vierten Vorlesung aus der Reihe „Leben – Geschichte und Metaphysik eines schillernden Begriffs“ steht die Suche der Biologie nach dem Forschungsgegenstand – dem Leben – im Vordergrund.[1]

Biologie, eine empirische Wissenschaft?
Anfang des 19. Jh. bewegte sich der Lebensbegriff zwischen zwei Polen:

Metaphysisch bzw. „magisch angehaucht“. Leben hat eine transzendente Qualität, die eben nicht empirisch zu fassen ist. Hier werden oft Metaphern genutzt, die gerade den Unterschied zum physikalischen Bereich hervorheben sollen.
Materialistische Theorien, die „auf die Eigenständigkeit des Lebens verzichten“ und sagen: letztlich muss es sich um eine Spezialform einer physikalischen Größe handeln.

In diesem Spannungsfeld wird auch die Biologie mit ihren Funktions- und Prozessvorstellungen verortet. Im Bestreben eine eigenständige Disziplin zu sein, sind beide Pole für sie keine „diskutable Option“. Sie benötigt eine „stoffliche Referenz“, die wie in der Physik, aber auch in Abgrenzung zu ihr, eine seriöse empirische Forschung erlaubt.
Was ist das Leben in seiner erfahrbaren und erforschbaren Stofflichkeit?
Chemie
Eine Orientierung bot die sich entwickelnde Chemie. Im Gegensatz zum physikalischen Ideal der „Bewegung im Raum“ bot sie mit der „chemischen Reaktion“ etwas an, was den romantischen Vorstellungen von Prozess und Leben sehr nahe kam.
In der Reaktion wird das Eine in das Andere sinnlich wahrnehmbar überführt. „Übergängigkeit von Stoffen ineinander und Wechselwirkung“ sind ein Paradigma der Chemie. Die chemische Reaktion ist ein Wandlungsprozess. Chemie und Leben scheinen sehr eng verwandt.
Humboldt spricht vom „chemischen Lebensprozess“.
Hegel etwas vorsichtiger: „Könnte der chemische Prozess sich durch sich selbst fortsetzen, so wäre er das Leben.  Daher liegt es nahe das Leben chemisch zu fassen.“
Elektrizität
Für den Definitionsvorgang ebenfalls wichtig sind die Experimente mit der Elektrizität. Nicht nur in der Physik und Chemie, sondern eben auch in der Biologie spielte sie eine wichtige Rolle (vgl.  Froschschenkel-Experiment).
Dies wirft Fragen der Übergänge zwischen der belebten und der unbelebten Natur auf. Ist die belebte Natur doch irgendwie eine Form der unbelebten Natur? Oder ist alles belebt (Schelling) und die Physik nur eine langsamere Form von Biologie?
Protoplasma
Auch die Theorien des Protoplasmas (gr. proton: Erstes, plasma: das Geformte) sind zu nennen. Protoplasma: das Urgebilde bzw. der flüssige Urstoff, in dem Prozesse ihren Ausgang nehmen. Alles Lebendige verweist letztlich auf dieses Protoplasma. Es ist auch in allem Organischen anzutreffen. [2]
Ein Kandidat für dieses Plasma ist die Flüssigkeit, die in den Zellen unter den Mikroskopen beobachtet wird.
Zelle
Die Zelltheorien heben aber nicht explizit auf die Flüssigkeit ab, sondern betrachten die Zelle als strukturelle Einheit.
Matthias Jacob Schleiden (1804 – 1881) entwickelt ab 1830 eine Theorie des Organischen auf der Basis einer Zelltheorie. Dies geschah in offener Gegnerschaft zur romantischen Naturphilosophie und zu Hegel, aber auch gegen die Lebenskraft.
Schleiden „Der Wilde, der eine Lokomotive ein lebendes Tier nennt, ist nicht unwissender als der Naturwissenschaftler, der von Lebenskraft im Organischen spricht.“
Ihm ist die methodische Strenge wichtig.
Die Pflanze hat nicht etwa an mehreren Stellen Zellen, sondern besteht vollständig aus ihnen. Dies verändert die Bedeutung der Zelle: sie ist nicht ein Merkmal der Pflanze, sondern das was sie und das Lebendige ausmacht.
Die Zelle besteht aus einem Medium (Flüssigkeit) und einer Form. Die Beziehungen dieser Elemente zeichnen seine Definition von Leben aus:

Die Wechselwirkung zwischen dem Medium und der Form. Nicht die Flüssigkeit als Protoplasma ist wichtig, sondern die Beziehung zur Form
Die Wechselwirkung zwischen Inhalt und Wand der Zelle.
Die Wechselwirkung zwischen der Zelle [...]</itunes:summary>
<itunes:subtitle>Vierte Vorlesung In der vierten Vorlesung aus der Reihe „Leben – Geschichte und Metaphysik eines schillernden Begriffs“ steht die Suche der Biologie nach dem Forschungsgegenstand – dem Leben – im Vordergrund.[1] Biologie, eine empirische [...]</itunes:subtitle>
<itunes:author>Ingo Diedrich</itunes:author>
<itunes:keywords>Leben, Stofflichkeit, Schleiden, Wilhelm Reich, Protoplasma, Biologie, Schwann, Virchow, Bione</itunes:keywords>
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