Seit einiger Zeit lasse ich mich von Texten in diesem Blog begleiten. In der Interaktion zwischen meinen Interessen und diesem meinen Blog entsteht ein Weg. Dieser Weg ist trotz „Kategorien“ und „Schlagwörter“ nicht klar strukturiert. Es gibt viele Seiten- und Parallelwege. Der Rote Faden liegt letztlich in meiner Person.

Der Lebensweg
Es kristallisiert sich aber langsam ein Schwerpunkt heraus, der sich um den Begriff „Leben“ bildet.
In unserem Selbstverständnis als Menschen nimmt dieser Begriff eine zentrale Position ein. Gleichzeitig scheint er kaum greif- und anwendbar.
Mich interessiert seine Geschichte, seine Grundannahmen, aber vor allem die Anwendbarkeit als Orientierungspunkt im Alltag und in der Wissenschaft. Ich möchte verstehen, was es heißt, soziale Zusammenhänge aus der Perspektive des Lebens zu betrachten.
Ausgangspunkt ist dabei für mich Wilhelm Reichs Forschungen zum Lebensbegriff. Ihm ist es mit dem Konzept der Pulsation gelungen, einen Begriff zu entwickeln, der nicht nur im somatischen, sondern auch im psychischen und sozialen Bereich anwendbar ist. Wie können mit diesem Verständnis von Aufspaltung, Gegensatzanordnung, Bewegung und Struktur die schwierigen Themen unseres Lebens bearbeitet werden?
Beispiel Gewalt
Ein Beispiel ist dafür der Umgang mit Gewalt. In einem Forschungsprojekt hatte ich die Möglichkeit, gewalttätige Jugendliche und deren Biografien kennenzulernen. Gewalt und Ausgrenzungserfahrungen sind für sie zentrale Themen. Auf der anderen Seite steht der gesellschaftliche Mainstream, der mindestens genauso von der Gewalt der Jugendlichen fasziniert ist.
Daraus ergibt sich ein immer wiederkehrendes gemeinsames grausames Spiel um das Thema Gewalt und Ausgrenzung. Wie kann mit den oben genannten Begriffen die Dynamik verstanden werden und wo liegt der Nutzen dieser Perspektive?
Leben – eine bodenlose Schwärmerei
So wenig der Begriff Leben als wissenschaftliche Kategorie anerkannt ist, so sehr wird er doch (auch in der Wissenschaft) genutzt. Die Gefahr besteht darin, mit der Ungenauigkeit des Begriffs in einer naiv schwärmerischen Ecke zu verschwinden.
Wie kann der Begriff fundiert werden? Wo wird er wie operationalisiert? Welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen liegen in ihm? Kann Leben handlungsleitend sein?
Mein Weg mit diesem Blog wird immer deutlicher ein Weg der Beschäftigung mit dieser Thematik in all ihren Variationen. Wohin er mich führt ist noch nicht klar – aber was ist im Leben schon klar?











Hallo Ingo,
es macht Spaß auf deiner Seite zu stöbern. Die Artikell sind gut recherchiert und sehr gut formuliert. Sie regen zum (nach)denken an und geben mir wertvolle Impulse.
Manchmal schaue ich nur wegen der gelungenen und schönen Bilder bei dir vorbei.
Schön, dass du dir Zeit für die veröffentlichung nimmst und so andere daran teilhaben läßt.
mach bitte weiter…
Hallo Martin,
vielen Dank für deinen Besuch und für diese schönen Worte!
Es freut mich sehr, wenn tatsächlich ein paar Impulse dabei sind.
auf bald
Ingo